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Weltenbau

Bild von Moira

Eine ganz und gar eigene phantastische Welt zu entwerfen kann, muss aber nicht zwingend zum Schreiben einer Fantasy Geschichte gehören. Viele lieben es aber, zu basteln, sich Völkernamen auszudenken, Konflikte zu kreieren und Landkarten anzufertigen. Wie mache ich das? Was muss ich grundsätzlich bedenken? Gibt es Software, die mich unterstützt? In diesem Artikel ein paar Anregungen für hungrige Weltenbastler.

Weltenbau. Ein kontrovers diskutiertes Thema, welches ich hier nicht minutiös ausdiskutieren kann und werde, da es zu viele unterschiedliche Arten und Ansichten gibt, was zu einer phantastischen Welt gehört und wie man sie aufzubauen hat. Auch hier gilt: Folgender Text beruht auf meinen Erfahrungen und zeigt nur einen von vielen Wegen an sein Ziel zu kommen. Vielleicht ist es der richtige für euch.

Eine ganz und gar eigene phantastische Welt zu entwerfen kann, muss aber nicht zwingend zu einer Fantasy Geschichte gehören.

Euch bieten sich zunächst zwei Wege: Entweder, ihr benutzt unsere Welt und baut sie aus, oder ihr steigt gleich hoch ein und versucht euch an einer komplett selbst erdachten.

Ersteres ist nicht allzu schwer. Ihr benutzt die Gegebenheiten unserer Welt und integriert phantastische Elemente. Welche das sind, hängt maßgeblich mit eurer Geschichte zusammen. Bei dieser Methode ist es allerdings wichtig, dass die phantastischen Elemente plausibel eingebunden sind (bspw. Durch Verwendung von Sagen oder Mythen).

Um nun eine eigene Welt zu bauen, müsst ihr größeren Aufwand treiben. Anfänglich ist es auch hier einfacher, sich an unserer Welt zu orientieren.

Ihr solltet euch fragen: Was ist wichtig für meine Geschichte? Was braucht meine Geschichte für eine Umgebung? Was kommt besonderes in ihr vor, das auch die Welt haben muss?

Dann natürlich noch grundliegende Dinge wie: Was für Völker (oder Stämme) und Länder gibt es? Wie sind sie politisch und gesellschaftlich organisiert? Was für eine Sprache haben sie? Wie weit ist ihre technische Entwicklung fortgeschritten? Sind sie religiös? Was für Hintergründe haben die einzelnen Länder?

Was ebenfalls unbedingt zu beachten ist, ist die Einhaltung von physikalischen Gesetzen. Habt ihr nicht eine vollkommen exotische Welt, ist die Physik wie hier auf der Erde und könnte theoretisch nur durch Hilfsmittel außer Kraft gesetzt werden (solch ein Mittelchen ist zum Beispiel Magie). Achtet aber darauf, dass ihr solche Mittel nicht zu oft einsetzt, insbesondere nicht, um Charaktere aus verzwickten Lagen zu befreien, sonst wird sowohl der Charakter als auch die Welt unglaubwürdig.

Diese ganzen Dinge zu entwickeln ist sehr zeitaufwändig, gerade Sprachen und geschichtliche Hintergründe brauchen viel Zuwendung. Wenn ihr Spaß daran habt zu basteln, sollte dies kein Problem darstellen, braucht ihr allerdings für eure Geschichte nur einen Teil eurer erdachten Welt, könnt ihr zunächst ihn umsetzen und dann nach und nach „anbauen“. So wächst eure Welt und passt sich den veränderten Gegebenheiten an. Natürlich ist es auch möglich die gesamte Welt auf einmal durch zu planen, aber das hat leider häufig einen entscheidenden Nachteil: Es ergeben sich im Zuge einer Geschichte immer Änderungen und wenn ihr eure Welt zu fest zementiert habt, gestaltet es sich schwierig die Arbeit von Stunden an die Änderung in der Geschichte anzupassen.

Nach dem Planen eurer Welt, ist natürlich auch die graphische Umsetzung von Nöten, sprich: Ihr braucht Karten. Die benötigt ihr unter anderem, um euch über die Entfernungen in eurer Welt klar zu werden. Wer nicht gut zeichnen kann, braucht entweder jemanden, der das für ihn tut oder eine Software. In den weiten des Internets gibt es viele solcher Programme und an dieser Stelle empfehle ich eines davon:

AutoREALM - a free Fantasy Role-Playing mapper software

AutoREALM kann euch dabei helfen, eure Karten zu gestalten. Die Bedienung ist anfänglich etwas kompliziert, aber nach einigem herumprobieren, sollte es schnell von der Hand gehen.

Die Software unterstützt sowohl Windows als auch Linux und ist kostenlos (zumindest zu dem Zeitpunkt, an dem ich diesen Text abgetippt habe).

Kommentare

Hi Hi, haben die Buttons in ihrer gruseligen Farbe doch schon einen Erfolg zu verbuchen!
Hab ich vor drei oder vier Tagen diesen Artikel gesucht wie ein Blöder?
Hatte mich erinnert, dass mal was drüber geschrieben worden war, aber vergessen.

Jetzt werde ich mal drangehen und das Kartenprogg zu installieren versuchen.

Danke!

Bild von Quisille

Fundstück zum Thema Weltenbau:

Craft: World-Building and Social Networks

Ist aus der Nov.2016-Ausgabe des E-Zines von Randy Ingermanson, aka "Vater der Schneeflockenmethode". Ist (war ja klar) auf Englisch.

Kurzfassung für Klickunlustige:Der Abschnitt befasst sich mit dem Entwerfen von sozialen Netzwerken als Teil des Weltenbaus. Im Grunde ist die Angelegenheit recht ähnlich zum Mind-Mapping, und man kann's auch mühelos mit Stift und Papier durchführen: Figurennamen werden kreuz und quer auf dem Blatt verteilt, dann zieht man Linien zwischen Paaren von Figuren, die ihre Beziehung untereinander festhalten ("Beziehung", lies "Konflikt"). Ich habe es mal ausprobiert, und man gewinnt eine völlig neue Sicht auf die Handlung. Auch das Hinzufügen und Verknüpfen von Figuren macht viel mehr Spaß.

Ich bin dazu übergegangen, auch Örtlichkeiten in dieses Netz einzufügen und über (einen in diesem Falle nichtpersonalisierten) Konflikt mit Figuren zu verbinden. Das belebt automatisch das Setting, und man sieht zudem noch recht gut, wo das Setting noch "Konfliktlöcher" hat, also welche Örtlichkeiten noch nicht über Konflikt an Figuren angebunden sind.

Nebeneffekt: Protagonist und Antagonist des Projekts werden zwangsläufig die meisten Verknüpfungen zu anderen Figuren haben. Wenn es Figuren gibt, die mehr Verknüfungen haben als Protagonist oder Antagonist, stehen die Chancen gut, dass ein heimlicher Protagonist oder ein heimlicher Antagonist im Projekt lauert.

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