Überarbeiten -- Wie macht ihr das?
Hallo!
Wir haben vor einiger Zeit mal das Thema Überarbeiten angeschnitten und ich dachte mir, ich mache einfach mal einen Thread auf, um noch ein wenig intensiver darüber zu plaudern. 
Mich würde vor allem interessieren, wie ihr an eine Überarbeitung rangeht. Habt ihr eine eigene Arbeitsweise? Macht ihr alles auf einmal? Oder doch Schritt für Schritt ein Problem nach dem anderen? Was macht ihr mit Szenen, bei denen ihr absolut nicht sicher seid?
Ich habe gerade eine intensive Überarbeitung hinter mich gebracht und aus meiner Rohfassung einen halbwegs lesbaren Text geschnitzt. Anfangs fühlte ich mich regelrecht von der Textmenge erschlagen, daher habe ich als erstes eine Szenenliste erstellt um einen Überblick zu bekommen. Dabei flogen die ersten Szenen komplett raus und andere wurden zum Streichen markiert. Dann habe ich (nicht mehr ganz so erschlagen) losgelegt.
Besonders der Anfang ist stark zusammengeschrumpft. Ich habe viele Absätze rausgeworfen, weil sie nur redundante Gedanken meiner Protas waren. Ganz oft flogen die ersten Absätze einer Szene raus.
Dabei habe ich gemerkt, dass ich in der Ich-Perspektive stark zum Schwallen neige. (Oder dass mein Prota extrem gesprächig ist.) Daher habe ich darauf ein besonders scharfes Auge gehabt. Außerdem habe ich versucht viel "Jammer-Faktor" rauszuwerfen. Soetwas stört mich als Leser in Büchern immer besonders.
Es war trotzdem ein ganz schöner Brocken und ich saß über Monat an der Überarbeitung. Nebenbei habe ich nicht einmal ein bisschen geschrieben, nur an dem Plot eines anderen Projekts getüftelt.
Wie sieht es bei euch aus? Wie überarbeitet ihr?
Im Große und ganzen gehe ich da vor wie Zauberling.
Dass, was bei mir anders ist, ergib sich aus einer Eigenart meines Schreibens an der Rohfassung.
Wenn niemand mitliest, dann komme ich nicht zu Potte - weswegen ich mir eine fantasybegeisterte Freundin geschnappt, die meine fertigen Kapitel liest, was dazu führt, dass ich jede Woche ein Kapitel schreibe, da ich nicht will, dass sie den Faden verliert und immer shcon ganz neugierig bin auf ihre Meinung. Wenn sie dieses Kapitel gelesen hat, lasse ich sie reden und schweige. Wichtig ist mir dabei, was sie erwartet, was sie spannend findet, und ihre Vermutungen, wie es weitergeht. Oft glaubt si zum Beispiel am Ende eines Kapitels, dass jetzt etwas aufregendes (z.B. eine Spannende Verfolgungsjagd) kommt, was ich gar nicht angedacht habe. Meist versuche ich hier schon, ihre Erwartungen zu erfüllen, denn ich will ja später nicht meine Leser enttäuschen. Außerdem Erachtet sie Dinge als für die Storyline Bedeutsam, die so gar nicht vorgesehen waren. Um hier den Handlungsfaden nicht zu verlieren, ändere ich also zukünftig so, dass solche Dinge sich nicht im nichts verlieren, damit fällt ein wichtiger Teil weg.
Dann gebe ich die Geschichte jemand anderem, es geht um das Plot-Ganze, ganz ähnlich wie Zauberling.
Als drittes folgt das Fleisch. Ich mache es genau umgekehrt wie du Jin, ich schreibe meist sehr spartanisch, und meine Dialoge könnten aus einem Drehbuch stammen. Hier schiebe ich noch viel ein, dabei kommt noch glatt ein drittel "Fleisch" zum Knochengerüst; so sieht es nciht merh aus wie ein Pariser Model. Dabei entstehen manchmal noch ganze Szenen, um eine Figur besser auszuleuchten oder ähnliches.
Schritt vier und Fünf sind Zauberlings drei und vier sehr ähnlich.
Im Große und ganzen gehe ich da vor wie Zauberling.
Dass, was bei mir anders ist, ergib sich aus einer Eigenart meines Schreibens an der Rohfassung.
Wenn niemand mitliest, dann komme ich nicht zu Potte - weswegen ich mir eine fantasybegeisterte Freundin geschnappt, die meine fertigen Kapitel liest, was dazu führt, dass ich jede Woche ein Kapitel schreibe, da ich nicht will, dass sie den Faden verliert und immer shcon ganz neugierig bin auf ihre Meinung. Wenn sie dieses Kapitel gelesen hat, lasse ich sie reden und schweige. Wichtig ist mir dabei, was sie erwartet, was sie spannend findet, und ihre Vermutungen, wie es weitergeht. Oft glaubt si zum Beispiel am Ende eines Kapitels, dass jetzt etwas aufregendes (z.B. eine Spannende Verfolgungsjagd) kommt, was ich gar nicht angedacht habe. Meist versuche ich hier schon, ihre Erwartungen zu erfüllen, denn ich will ja später nicht meine Leser enttäuschen. Außerdem Erachtet sie Dinge als für die Storyline Bedeutsam, die so gar nicht vorgesehen waren. Um hier den Handlungsfaden nicht zu verlieren, ändere ich also zukünftig so, dass solche Dinge sich nicht im nichts verlieren, damit fällt ein wichtiger Teil weg.
Dann gebe ich die Geschichte jemand anderem, es geht um das Plot-Ganze, ganz ähnlich wie Zauberling.
Als drittes folgt das Fleisch. Ich mache es genau umgekehrt wie du Jin, ich schreibe meist sehr spartanisch, und meine Dialoge könnten aus einem Drehbuch stammen. Hier schiebe ich noch viel ein, dabei kommt noch glatt ein drittel "Fleisch" zum Knochengerüst; so sieht es nciht merh aus wie ein Pariser Model. Dabei entstehen manchmal noch ganze Szenen, um eine Figur besser auszuleuchten oder ähnliches.
Schritt vier und Fünf sind Zauberlings drei und vier sehr ähnlich.
Überarbeiten?
Tu ich mich nicht. Nein. Beim besten Willen, nein...
Ich schreibe ins Blaue und dann compiliere ich aus den Schnipseln eine Geschichte. Spätestens jetzt muß ich den Plot halbwegs im Kopf haben. Allerdings ist das nicht so einfach, denn mit dem Überarbeiten kommen neue Stränge, neue Gedanken in die Geschichte. Um mal den Vergleich mit den Modemädchen zu strapazieren: Ich merke mittendrin: Zu einem Mädchen gehört ja auch ein Busen! Bloß, mir fehlt ja eine Hälfte davon...
Dann sitze ich mit meinen Kapiteln in der S-Bahn, ausgedruckt und ich schmier mit schöner roter Tinte drin rum. Ach, wie herrliche Tippfehler da zum Vorschein kommen!
Und welch romantische Sätze dem gnadenlosen Strich zum Opfer fallen!
Weils um die schade ist, hab ich dann, wenn ich die Korrekturen eintippe, ein Lager, wo ich diese rausgeworfenen Sätze aufheb (ich hab noch knapp 100GB Platz).
In dieser Phase fang ich dann an, Pläne auf Packpapierbögen zu schmieren. Landkarten, "Mindmaps" meiner Beziehungskisten und Kapitel.
Nach dem zweiten Durchlauf, kristallisiert sich langsam die Geschichte raus, wie sie sein will. Spätestens jetzt sollte sie eigentlich ein Beta lesen, der mir ordentlich den Kopf wäscht. Aber, nachdem ich immer so wirres Zeug schreib, muss ich selber noch mal ran.
Nach dem vierten Durchgang sollte ich den ganzen Müll draussen haben und die Geschichte stimmen.
Dann kann ich das Teil aber schon überhaupt nicht mehr sehen.
Wer braucht Papier zum heizen?
Jetzt kommt nämlich der wichtige Teil: Liegenlassen. Mindestens 1/4-Jahr. - Wenn die Story dann noch stimmt, wenn dann kein Fehler mehr auftaucht, dann war die Überarbeitung erfolgreich. Sonst?
Wenn ich dann wieder Lust drauf hab, knirsch ich mit den Zähnen, füll eine neue Patrone in den Füller und weiter gehts.
@ Jin

Machst du dir da eine Liste und setzt bei jedem erfüllten Punkt ein Häckchen?
Jein.
Ich habe die Punkte im Kopf und bearbeite sie auf einen Schlag. Bauchgefühl ist natürlich wichtig. Es gibt aber Dinge, auf die ich mehr als auf andere Punkte achte. SDT, Dialoge, Satzbau, Wortwiederholungen z.B.. Dort habe ich immer das meiste zu tun. 
Wichtig für mich ist eigenltich nur die Einhaltung der "Runden", damit ich mich wirklich die einzelnen Gebiete (Inhalt, Handwerk, Sprache) ausreichend kümmere. Es kommen ja auch immer mal wieder neue Textstellen dazu. Dann muss ich - auch wenn ich schon in Runde 3 bin, trotzdem nochmal Inhalt und Handwerk überprüfen. 
Gerade gestern habe ich dank meiner lieben Stammtischler wieder eine Änderung festgelegt, eine inhaltliche. D.h. ich ändere nicht nur den Inhalt (streiche Szenen/Kapitel, schreibe neue Szenen/Kapitel), sondern muss da natürlich dann auch auf handwerkliche Dinge und Sprache achten.
Solche Arbeitsmethoden (Listen wie ich sie z.B. habe) sollte man nie als "Korsett" sehen, sondern als eine Hilfestellung.
Da ich auch ohne Rechtschreibkorrektur tippe, habe ich nach dem ersten großen Umbauen einen extra Durchgang gestartet um die Tippfehler zu jagen.
Das sollte jeder machen, finde ich.
Ich mache das auch immer zum Schluss, wenn das Manuskript wirklich steht. 
Meine Methode, wie ich überarbeite, ändern sich immer wieder, denn man kann nicht jeden Text auf dieselbe Art und Weise betrachten. Aber ich versuche euch meinen Standardablauf aufzuzeigen:
- Ich stopfe Plotlöcher, streiche und ändere Szenen (inhaltlich).
- Ich versuche die Sprache anzugleichen, damit der Lesefluss optimiert wird.
- Ich lasse den Text ruhen, während ein (mir vertrauter) Betaleser das erste Mal über den Text liest, um Plotlöcher zu entlarven, die mir entgangen sind oder Szenen ausfindig zu machen, die unnötig, zu lang oder zu kurz sind.
- Kapitel für Kapitel arbeite ich das, was der Betaleser mir gesagt hat, durch. Dabei wird natürlich auch auf den Lesefluss und andere stilistische Merkmale geachtet.
- Text wird ausgedruckt/auf dem E-Reader gelesen und ich selbst hinterlasse noch einmal Notizen.
- Der Text geht noch einmal zu Betalesern und auch "nur" Lesern, die wirklich das Gesamtwerk beurteilen und es an einem Stück lesen, damit kein Zerriss da ist, denn Betaleser, die oft mehrere Monate an einem Werk lesen, können Kleinigkeiten eher übersehen z. B. Wetter.*
- Ich übertrage die Anmerkungen, die mir von den Leuten aus Punkt 6 gegeben wurden.
- Ich lese noch einmal selbst Kapitel für Kapitel.
- Ich lese das Manuskript an einem Stück.
- FERTIG! (Es sei denn ich bin mit Punkt 9 unzufrieden, dann kehre ich zurück zu Punkt 5)
*Von einem nur Leser erwarte ich zum Beispiel das er innerhalb von einer Woche fertig ist.
Meine Überarbeitung sieht etwas anders aus.
Ich schreibe einen Text, lasse ihn ein paar Tage ruhen.
Lese dann noch einmal rüber, und schreibe den Text dann komplet noch mal neu. Da ich den Anfang bei der ersten Überarbeitung eh total verändere muss ich auch oft das Nachfolgene änderen.
Erneutes ruhen lassen des Textes.
Dann lese ich noch mal und bearbeite verschiedene Punkte die mir nicht gefallen. (das wird dann beliedig oft wiederholt)
Wieder ruhen lassen, noch mal lesen und vielleicht einstellen in der Charta.^^
Ich finde das lässt sich nur auf KG's anwenden, bei längeren Projekten sollte es schwer werden...
lg Echo
Mit Überarbeiten habe ich nicht so viel Erfahrung. Natürlich habe ich meine Texte immer Korrektur gelesen, aber wirklich überarbeitet - also richtig gezielt und fokussiert wie z.B. bei Zauberling - habe ich nur selten. Da werde ich jetzt aber nicht mehr drum rum kommen, besonders, weill mein Langzeitprojekt zu Ende geht. Und mir graut davor, was dann auf mich warten wird.
Im Kopf habe ich mir zumindest folgenden Plan gemacht: Das Projekt erstmals eine Woche ruhen lassen und von der Euphorie des Beendens zehren. Dann werde ich mir meine "Stationsliste" ansehen (vermutlich dasselbe wie der Szenenplan??) und schauen, ob sie dramaturgisch zufriedenstellend aufgebaut ist sowie nach Logiklöchern und unnötigen Szenen Ausschau halten. Wenn alle Störfaktoren beseitigt sind, dann werde ich das ganze Projekt von Anfang bis Ende durchgehen, stilistische Fehler ausmerzen und die Rechtschreibung durchgehen. Tja, und dann hoffentlich, stehe ich vor einem überarbeiteten Werk, dass ich dann nochmals von vorne durchgehen werde, so oft, bis mein Perfektionistengehirn endlich glücklich ist...
Arbeiten eigentlich alle von euch mit Beta-Lesern? Wie sucht ihr sie euch aus und was für Erfahrungen habt ihr mit ihnen gemacht? (Sorry, falls es dazu schon ein Thema gibt)

Ein schönes und wichtiges Thema.
Überarbeiten macht mir immer viel Spaß, es ist aber auch anstrengend.
Mit der Zeit habe ich mir einen "Plan" erarbeitet, an den ich mich grob halte.
Ganz grob eingeteilt arbeite ich in drei Schritten, die ich die "drei Überarbeitungsrunden" nenne. Dabei - das Wort sagt es ja bereits - gibt es in jeder Runde verschiedene Arbeitsschritte.
Überarbeitungsrunde 1:
Hier achte ich vor allem auf das Inhaltliche.
Ich gucke ...
Bereits während des Durcharbeitens ändere ich kleine Textstellen oder streiche. Größere Änderungen markiere ich mir, um nicht aus dem "Fluss" zu kommen und korrigiere es später. Figuren- oder größere Plotprobleme arbeite ich in meinem Szenenplan aus und plane neue Kapitel/Szene/Textstellen und schreibe sie im Anschluss einfach in das vorhandene Manuskript rein.
Wichtig: Ich speichere mir vor jeder Überarbeitungsrunde die "Original-Rohfassung" in einem Extraordner ab, damit ich im Falle eines Irrtums darauf zurückgreifen und gestrichene Textstellen, Szenen oder gar Kapitel wieder zurückholen kann.
Überarbeitungsrunde 2:
Hier geht es mir vor allem um das Handwerkliche.
Ich überprüfe ...
Überarbeitungsrunde 3:
Hauptaugenmerk liegt in dieser Runde auf der Sprache.
Ich achte auf ...
Und auch hier wieder: Ich überprüfe immer wieder, ob inhaltlich alles stimmt und im letzten Schritt setze ich noch mal besonderes Augenmerk auf die Plotpoints.
Meine Erfahrungen:
Ein Plot ist wichtig und ich brauche einen Szenenplan - zumindest grob. So kann ich mich während der Überarbeitungen daran orientieren und weiß, ob meine Geschichte die Punkte "erfüllt", die anfangs gesetzt habe. Es fällt mir dadurch leichter, eine runde Geschichte zu schreiben, auch wenn sie letztlich anders ist, als ich sie mal geplant habe.
Ich habe pro Überarbeitungsrunde mindestens 3 Durchgänge, manchmal mehr, ganz selten weniger. Es hängt von den jeweiligen Szenen ab.
Jetzt bin ich gerade in der letzten Überarbeitungsrunde von "Emilie" und ich schreibe noch neue Kapitel! Die Arbeit ist also nie abgeschlossen.
Nach dem Beenden der letzten Kapitel werde ich noch einen Durchgang Überarbeitung starten, der aber recht schnell gehen wird, weil ich jetzt schon während des Schreibens auf all die Gesichtspunkte von Überarbeitungsrunde 1 und 2 achte.