Nachtaktiv

Ich hab vor ein paar Tagen einen Teil meines ersten Kapitels veröffentlicht. Jetzt kommt ein weiterer Teil. Ist leider etwas lang.....
Unterwegs begegnete ich einigen zwielichtigen Gestalten, die auf der Straße standen, doch sie beachteten mich nicht. Ich lief weiter über eine Brücke. Nun sah die Gegend etwas anders aus. Überall waren helle Lichter, Werbetafeln und Taxis die noch durch die Straßen fuhren.
Ich war immer noch benommen und anders als die Gestalten, denen ich vorher begegnet bin, starrten mich die Anderen Menschen an. Ihr blicke brannten wie Feuer auf meiner Haut.
Plötzlich legte jemand seine Hand auf meine Schulter. Ich drehte mich um und starrte in tiefschwarze Augen. Sie gehörten zu einem Mann mit schulterlangen Haaren. Er trug einen langen schwarzen Mantel und passend dazu schwarze Lederstiefel.
„Du solltest so nicht durch diese Gegend laufen.“
Ich starrte den Mann perplex an. Kannte ich ihn? Ich konnte mich nicht erinnern. Nein. In meinem menschlichen Leben hab ich ihn niemals gesehen.
„Es tut mir leid. Kenne ich sieh?“, fragte ich höflich.
„Komm mit. Wir gehen wohin wo wir nicht so viel Aufregung auf uns lenken.“
Ich folgte dem Mann in eine kleine Gasse. Er öffnete eine Hintertür zu einem Restaurant. Wir liefen durch die Küche zu einem Anderen Ausgang der ebenfalls in eine Gasse führte. Weite ging es Richtung Fußgängerzone. Diese folgten wir durch einen Park, bis zu einem etwas älteren Haus. Er schloss die Tür auf und bat mich herein. Ich trat in einen Gang mit dunklen Wenden. Auch der Boden war aus einem dunklen Kiefernholz. Die Tür fiel hinter mir zu und wir Standen im Dunkeln. Trotz der völligen Dunkelheit konnte ich sehr gut sehen. Ich sah jetzt sogar viel besser. Es stand eine Kommode andere Wand so wie einen eher altmodischen Kleiderständer. Cronos führte mich in ein Wohnbereich. Er war heller als der Gang, da das Mondlicht durch große Fenster schien. An den Seiten der Fenster hingen Schwarze Vorhänge die, wenn man sie zugezogen hätte. Den ganzen Raum so dunkel, wie den Gang zuvor gemacht hätten. Cronos bat mich platz auf einem altem Sofa zu nehmen das Parallel zu einem Anderen Sofa stand, das genauso aus sah wie das andere.
„Mein Name ist Cronos. Ich bin wie du ein Vampir, nur bin ich einige Jahrhunderte älter als du.“, er sprach mit einer tiefen, bestimmenden Stimme was mir schon vorher aufgefallen war.
„Ich heiße Damien. Wo in Gottesnamen sind wir?“
„In meinem Haus. Aber sag woher kommst du? Und wie lange bist du schon hier?“
„Ich kann mich nicht daran erinnern. Ich weis nur, dass ich in dieser Gosse aufgewacht bin. Und ich weiß das ich ungefähr vor einem Jahr noch auf die Highschool ging.“
„Du kannst dich 1 Jahr lang an nichts erinnern?“
„Nein, an rein gar nichts. Als hätte jemand meine Erinnerung gelöscht.“
„Seltsam. Kannst du dich daran erinnern wie du ein Vampir geworden bist?“
„Nein aber ich weiß irgendwie, dass ich einer bin.“
„Das heißt das du als Vampir aufgewacht sein musst aber etwas bekommen hast das dich alles was danach passiert ist vergessen lassen hat. Na gut wir werden morgen weiter darüber reden. Es wird schon hell. So lange wir nicht wissen was mit dir Passiert ist bleibst du hier. Ich werde jemanden beten dich in ein freies Zimmer zu bringen.“
„Ich soll hier bleiben?“
„Ja, du wirst hier bleibst. Du hast ja keine andere Wahl oder?“
Er wandte sich zur Tür ich folgte seinem Blick zu einem jungen Hübschen Mädchen. Sie hatte lange blond gewelltes Haar. Ihre Augen strahlten in einem unnatürlichen Blau und Türkies.
„Hallo Mireille. Kannst du bitte diesen Gast in ein Zimmer geleiten? Er wird voraussichtlich für einige Tage hier bleiben.“, er sprach freundlich und behutsam mit ihr. Sie nickte dann schaute sie mich an. Ihr blick bat mich ihr zu folgen. Was ich auch tat. Ganz automatisch. Ich folgte ihr wieder durch den dunklen Gang eine Treppe hinauf in den nächsten Stock. Sie blieb an der letzten Tür im oberen gang stehen.
„ Das ist dein Zimmer. Die erste Tür links ist das Bad. Ich bin Mireille und du bist?“, sie sprach mit einer wunderschön Melodisch klingender Stimme.
„ Ich heiße Damien. Freut mich.“
„Mich ebenfalls. Dann schlaf gut und vergesse nicht die Vorhänge zu, zu ziehen, sonst gibt es dich morgen nicht mehr.“
„ Danke.“
Sie verschwand die Treppe wieder hinunter und ich wandte mich meinem `Zimmer` zu. Ich schloss die Tür auf. Und ging hinein. Ein Großes Fenster war genau an der Wand gegen über. Der Anbrechende Morgen war von meinem Fenster aus genau zu sehen. Ich schloss die Tür, zog die Vorhänge zu und lies mich auf das Bett fallen. Es war in meinem Zimmer Dunkel, doch den anbrechenden Tag bemerkte ich trotz dem. Ich schloss die Augen und in nur 5 Minuten war ich eingeschlafen
Kommentare
hallo Yukina,
ich mag ja Vampirgeschichten und mal was aus Sicht eines Vampirs zu lesen, finde ich echt interessant. Also mit dem Thema hast du mich schon mal gefangen. Auch die ich-Perspektive gefällt mir hier.
Was mir lange nicht klar war und ist, wer ist deine Hauptfigur, wie sieht sie aus, ist sie männlich oder weiblich.
Dank der Namensvorstellung habe ich nun eine Ahnung, ein Junge also, vielleicht kannst du das irgendwie anders rausstellen, dass es hier um einen Jungen geht (z.b. er sieht sein Spiegelbild in ner Pfütze, Schaufenster oder so), die Highshool zu erwähnen z.B. ist gut, damit kriege ich geschickt das Alter deines Protas untergejubelt.
Dann kann ich dir noch empfehlen, dir deinen Text selbst mal laut vorzulesen. Die Rechtschreibfehler stören mich jetzt nicht so, wie die Buchstaben die teilweise fehlen (diese, statt dieser oder: Ja, du wirst hier bleibst), das erschwert etwas den Lesefluss.
Und was mir noch aufgefallen ist, du erwähnst den Namen "Cronos" bevor Cronos sich vorstellt. Bis er seinen Namen sagt, sollte er der unbekannte Mann bleiben.
Zum Dialog zwischen Mireille und Damien: Für den Leser ist es klar, wie beide heißen und daher überflüssig das noch mal zu schreiben, selbst wenn sich beide im echten Leben so unterhalten würden. Die erneute Vorstellungsrunde kannst du also weglassen.
Auch hier:
kannst du: Ja, du wirst hier bleiben, einfach weglassen, weil es eine unnötige Wiederholung ist:
reicht völlig.
liebe Grüße und fleißig weiterschreiben.
Bibo
Hallo Yukina!
Das ist doch für den Anfang gut geworden.
Am Anfang ist es immer ein wenig schwer aus der ich-Perspektive heraus zu erkennen ob es sich um jemand männliches oder weibliches handelt.
Da man ja bei dieser Perspektive im Kopf desjenigen steckt, würde es auch komisch sein wenn du schreibst ich bin ein Junge oder so, weil derjenige es für sich selbst ja weiß und nicht sagen/denken muss.
Viele Autoren behelfen sich dann mit dem Spiegelbild, wo demjenigen dann irgendwas an sich auffällt. Das gibt es sehr oft. Man kann dies auch Umgehen durch ganz spezielle beschreibungen, wie z.B. Ich strich mit der Hand die Falten aus dem Rock oder Knöpfte die Bluse zu oder kramte in meiner Handtasche. Daran erkennt man doch gleich ein Mädchen oder?
Der Spiegel bleibt allerdings nicht aus, wenn es um das aussehen geht oder jemand anderes dann zu dem Perspektivträger etwas über sein aussehen sagt, wie: "Deine langen Haare finde ich schön, färbst du Sie blond oder ist das Natur?"
Nun aber zu den anderen Punkten:
Ich glaube hier meinst du Aufsehen.
Woran sieht Cronos das er ein Vampir ist? Und woran macht er das Alter fest?
Hier gibt es für mich die meisten Fragen.
Er kann sich an nichts erinnern, weiß aber das er ein Vampir ist. Woher?
Und woher weiß er wieviel Zeit Vergangen ist seit der Schule? Bräuchte er dazu nicht das heutige Datum.
Vielleicht lässt du ihn danach fragen oder er findet eine Zeitung.
Bei Erinnerungslücken kann man nicht sagen wieviel Zeit vergangen ist, ohne eine Angabe zu haben.
Den Satz finde ich richtig gut! Er hat einen ironischen Humor.
Gefällt mir.
Hat er dabei auf die Uhr geschaut?
Ich weiß was du meinst, aber das mit der Minutenangabe solltest du streichen.
Schreib fleißig weiter, bin gespannt.
Liebe Grüße Juni
Vielen Dank Bibo und Juni,
Ich werde eure Tips sovort verbessern. Mir were das nie sofort aufgefallen.
Das mit Cronos Namen is mir aufgefallen, habe es aber erst danach verbessert. Trotzdem danke.
Die beschreibung durch das Spiegelbild werde ich auch verbessern. Wegen deiner frage Juni, warum Damien weis das er ein Vampir ist und warum Cronos das weiß ist ganz einfach. Cronos weis das Damien ein Vampir ist da seine Augen es verraten. Das muss ich dann noch beschreiben. Damien hat nemlich eine Blutrote Augenfarbe. Damien Weiß einfach das er ein Vampir ist. So wie wir wissen das wir Mänlich oder Weiblich sind. Aber wenn das nicht so gut klingt werde ich es umschreiben. Ich werde die Zeit angaben verbessern und die fehlenden Wörter ebenfalls.
Beim Alter muss ich mir noch etwas einfallen lassen.
Bibo ich danke dir auch dafür das du mir gezeigt hast das ich die Informationen nich nochmal wieder holen muss.
Danke euch zwei noch mal.
Korniji wa
Hi Yukina,
ich hab mir eben deinen Text ausgedruckt und werd ihn dann wohl die Tage kritisieren. Oder möchtest du keine Rückmeldung mehr?
Lieben Gruß ^^
Natürlich möchte ich mehr Kritik. Um so mehr um so besser.
Ich bin für jede Hilfe dankbar.
(Gott ich glaub ich hab wieder so viele Fehler)
Oki. Ich hab schon angefangen, muss es aber noch auf PC übertragen/voll ausformulieren *gg*
Hallo Yukina,
für eine Kritik reicht es heute bei mir nicht.
Aber ein paar Tipps hätte ich schon.
Ich komme nicht so reicht rein in den Text. Das hängt an einem Sammelsurium von Kleinigkeiten, von denen ich einige aufführen möchte:
Einen Arzt, ich bin blind!
Ernst beiseite. Die Beschreibungen, die hier stehen, sind zu allgemein, um die Szene lebendig werden zu lassen. Als Extrembeispiel eine Kurzfassung von Rapunzel:
Es war einmal irgendjemand, die wohnte irgendwo, und da war irgendwas mit ihrer Gesundheit, und deshalb schickte sie jemanden wohin, und der kam mit irgendwas wieder, musste aber irgendjemandem irgendwas versprechen, und später war dann ihre Tochter bei irgendwem anders, und sie hatte sowas auf dem Kopf, und das war ziemlich lang, bis eines Tages ein anderer vorbeikam, und dann war's aus.
Was diesem Extrembeispiel in viel extremerem Maße als Deinem Text fehlt, ist das Spezifische. Nun zurück zu Deinem Text.
Was wissen wir nach diesem Satz über Dein Setting und die Situation? Eine unbekannte Anzahl von Walk-Ons steht auf einer Straße und tut etwas nicht. Der Standardtrick, wie man solche Stellen aufpeppt: Eine spezifische Instanz beschreiben statt der Menge, statische Verben vermeiden, nicht das beschreiben, was nicht geschieht, sondern das, was geschieht. In Deinem Text könnte man einige zwielichtige Gestalten durch eine Gestalt ersetzen, und bei der Gelegenheit gleich zeigen, was sie so zwielichtig macht, statt es nur zu behaupten. Zum Beispiel:
Unterwegs stieß ich mit einem Kerl zusammen, der hatte eine Bierfahne zum Hühnertöten, außerdem roch er nach Schweiß und Kot.
Apropos: Wo ist dieses "unterwegs" eigentlich? Am Bahnhof? Auf der Brücke?
OK, der zwielichtige Typ ist also gezeigt. Was tut der? Aktives Nichtbeachten:
Unterwegs stieß ich mit einem Kerl zusammen, der hatte eine Bierfahne zum Hühnertöten, außerdem roch er nach Schweiß und Kot. Zum Glück war er gerade damit beschäftigt, Zigarettenkippen aufzusammeln.
Aber warum eigentlich? Der wäre noch viel zwielichtiger, wenn er Leute anpöbeln würde, etwa:
Vor dem Güterbahnhof stieß ich mit einem Kerl zusammen, der hatte eine Bierfahne zum Hühnertöten, außerdem roch er nach Schweiß und Kot.
"Haste Zigaretten? Was? Hab ich was gesagt? Kannst wenigstens antworten, Arschloch!"
Oder wie auch immer. Weiter im Text:
Du siehst wahrscheinlich schon die unspezifischen Stellen: "eine Brücke", die "Gegend", die "anders aussah", "überall", "helle" Lichter, "Werbetafeln", und Taxis, die zur großen Überraschung des Lesers tatsächlich auf "Straßen fuhren".
Der Reihe nach: Wie heißt die Brücke, oder wie sieht sie aus? Der Name kann beides zugleich liefern. Die "Altländer Brücke" sähe sicher anders aus als die "Jürgen-Lessermann-Brücke". Wenn Deine Figur sich nicht auskennt, muss es eben Beschreibung sein. Sollte knapp bleiben, damit die Handlung nicht gebremst wird. Wie wäre es mit einem Fußgängerviadukt? Aus irgendwelchen Gründen hänge ich an der Altländer Brücke, also nehme ich mal die für meine Beispiele.
Also gut, die Altländer Brücke liegt hinter uns, und das Ambiente wird freundlicher. Wie zeigt man das? "Gegend" ist überall, und die sieht auch überall anders aus, also kann man diesen Einwurf übergehen und gleich beschreiben, wie sie aussah. Da sind Lichter. Was für welche? Natriumdampflampen? Gusseiserne Laternen? Wenn's freundlicher aussehen soll, dann wären gusseiserne Laternen vielleicht besser. Also, lass uns über diese Brücke gehen, und zwar zügig, denn das Gehen trägt nicht zur Handlung bei. Im Grunde kann man dann einfach annehmen, es sei bereits geschehen, etwa:
Auf dem Platz hinter der Altländer Brücke hatten sie vor zwei Jahren gusseiserne Laternen hingeklotzt, im Grunde kann ich diesen historisierenden Scheiß nicht ausstehen, aber immerhin konnte man wieder das Pflaster erkennen.
Apropos -- Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, Deiner Figur eine etwas ausgeprägterer Erzählstimme zu geben. In obigem Beispiel beschwert er sich über eine Geschmacksverirrung, die ihm allerdings nützliches Licht beschert. Das charakterisiert auch gleichzeitig die Figur: Er ist etwas nölig, und er hat sich gerade eben unwohl gefühlt. Beides stimmt eventuell nicht ganz mit Deinen Intentionen überein, sollte ja auch nur ein Beispiel sein. Ein Ich-Erzähler sollte etwas mehr bieten als einfach nur einen nüchternen Bericht, die persönliche Note macht diesen Erzähler erst interessant.
Aber weiter im Text. Die Taxis und Werbetafeln fehlen noch. Wieder der Trick: Nimm Dir EIN Taxi und EINE Werbetafel raus, das wirkt lebendiger. (Außerdem entsteht sonst der etwas merkwürdige Eindruck, dass da ein Taxikorso im Kreis um eine Zeile von zwanzig Reklametafeln fährt.) Also, in etwa:
Von einer Werbetafel grüßte ein Typ in Ethno-Klamotten und machte sich stark für Integration. Davor stand eine Schwarzhaarige und winkte einem Taxi. Wahrscheinlich hatte die Integrationsreklame den Fahrer abgelenkt, jedenfalls hielt er nicht an.
Naja, zugegeben, elegant war das nicht, und der gesellschaftskritische Subtext ist mit kiloschweren Holzhämmern reingenietet... Du kriegst es hoffentlich besser hin.
Unspezifische Einsprengsel: "Gestalten, denen ich vorher begegnet bin", "andere Menschen". Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die "Anderen Menschen" vielleicht im Kontext Deines Texts eine besondere Bedeutung haben, schließlich schreibst du sie groß. Dann fehlt mir einfach Vorwissen. Aber zumindest die "Gestalten, denen ich vorher begegnet bin" könntest Du durch den "besoffenen Penner von vorhin" ersetzen. Bonuspunkte, wenn Du nicht einfach konstatierst, dass Dein Protagonist benommen ist, sondern es durch die Art und Weise darstellst, wie er die anderen Menschen sieht. Im einfachsten Falle verschwommen oder doppelt.

OK, hier nimmt der Text an Fahrt auf und wird auch spezifischer. Allerdings stimmt die Reihenfolge nicht. Was passiert hier?
(1) Hand auf Schulter.
(2) Der Mann sagt was.
(3) Umdrehen.
(4) Mann anstarren.
(5) Erscheinung des Mannes analysieren.
Warum gerade in der Reihenfolge? Ganz abgesehen davon, dass man nix sehen kann, solange man nicht hinsieht, wird der Mann sicher nicht so lange warten, bis Dein Protagonist einen ganzen Absatz lang stumm geglotzt hat.
Der will sein Sätzlein möglichst gleich absondern. Ich bringe die Einzelteile mal in eine entsprechende Reihenfolge:
Plötzlich legte jemand seine Hand auf meine Schulter. „Du solltest so nicht durch diese Gegend laufen.“
Ich drehte mich um und starrte in tiefschwarze Augen. Sie gehörten zu einem Mann mit schulterlangen Haaren. Er trug einen langen schwarzen Mantel und passend dazu schwarze Lederstiefel. Kannte ich ihn? Ich konnte mich nicht erinnern. Nein. In meinem menschlichen Leben hab ich ihn niemals gesehen.
Das zweite Starren habe ich rausgenommen, denn er starrt ihm ja schon in die Augen. Nächster Punkt: Streiche Dinge, die man eh schon weiß. Wenn dein Protagonist fragt "kannte ich ihn" und danach kommt "nein", dann weiß man, dass er sich nicht erinnern kann. Dann ist da noch ein Wortdoppler drin ("schulterlang", "lang". Ich nehme mal beides raus:
Ich drehte mich um und starrte in tiefschwarze Augen. Sie gehörten zu einem Mann mit schulterlangen Haaren. Er trug einen schwarzen Mantel und passende Lederstiefel. Kannte ich ihn? Nein. In meinem menschlichen Leben hatte ich ihn niemals gesehen.
Außerdem war da ein Zeitfehler, ich habe aus "hab' ihn nie gesehen" ein "hatte ihn nie gesehen" gemacht.
Nach dieser oberflächlichen Politur liest sich Dein Text folgendermaßen:
Vor dem Güterbahnhof stieß ich mit einem Kerl zusammen, der hatte eine Bierfahne zum Hühnertöten, außerdem roch er nach Schweiß und Kot.
"Haste Zigaretten? Was? Hab ich was gesagt? Kannst wenigstens antworten, Arschloch!"
Auf dem Platz hinter der Altländer Brücke hatten sie vor zwei Jahren gusseiserne Laternen hingeklotzt, im Grunde kann ich diesen historisierenden Scheiß nicht ausstehen, aber immerhin konnte man wieder das Pflaster erkennen.
Von einer Werbetafel grüßte ein Typ in Ethno-Klamotten und machte sich stark für Integration. Davor stand eine Schwarzhaarige und winkte einem Taxi. Wahrscheinlich hatte die Integrationsreklame den Fahrer abgelenkt, jedenfalls hielt er nicht an.
Ich war immer noch benommen, und anders als der Penner vorhin starrte mich die Schwarzhaarige an. Ihre Blicke brannten wie Feuer auf meiner Haut.
Plötzlich legte jemand seine Hand auf meine Schulter. „Du solltest so nicht durch diese Gegend laufen.“
Ich drehte mich um und starrte in tiefschwarze Augen. Sie gehörten zu einem Mann mit schulterlangen Haaren. Er trug einen schwarzen Mantel und passende Lederstiefel. Kannte ich ihn? Nein. In meinem menschlichen Leben hatte ich ihn niemals gesehen.
Das hier wäre jetzt mein Text, nicht Deiner. Vorsichtshalber noch einmal die Anmerkung, dass das nur ein Beispiel zur Illustration meiner Kritikpunkte war, und nicht etwa ein Vorschlag, wie Dein Text aussehen sollte. Den umzuschreiben wäre nun Deine Sache. *fiesgrins*
Ich würde Dir empfehlen, den Text insgesamt einmal durchzugehen auf ähnliche Probleme wie die vom mir geschilderten. Rezept:
(1) Nimm möglichst ein Teil von vielen und beschreibe es, statt viele unbeschriebene Teile als halb unsichtbare Kulissen aufzustellen.
(2) Vermeide unspezifische Beschreibung. Unspezifisch ist Beschreibung dann, wenn allgemein gehaltene Floskeln das Detail verdecken. Lieber ein Detail scharf herausarbeiten, als viele Eindrücke mit der Gießkanne verteilen. Lieber ein VW-Käfer als viele Autos.
(3) Erlaube deinem Protagonisten, seine Gefühlszustände durch seine Erzählweise auszudrücken. Jedes Detail, das wert ist, von Dir niedergeschrieben zu werden, hat auch einen Wert für Deinen Protagonisten. Entweder es ist gut, oder es ist schlecht. Dazwischen gibt es nicht viel, was man in seiner Situation erwähnen würde. Da sind Taxis. Ist das gut oder schlecht? Braucht er Hilfe, um nach Hause zu kommen? Dann ist es gut. Will er nicht mit Leuten in Kontakt kommen, ist es schlecht. Da ist Licht. Ist das gut, oder ist das schlecht? Wenn er sich bedroht fühlt, ist es gut, wenn er nicht gesehen werden will ist es schlecht. Wenn es gut ist, wird er sich über das Licht vielleicht so äußern: "Endlich Licht!" Wenn es schlecht ist, sagt er vielleicht: "Dass die aber auch überall ihre verdammten Laternen hinsetzen müssen!" Wie auch immer.
(4) Erzähle die Dinge in der Reihenfolge, in der sie sich ereignen. Wenn Du einen visuellen Eindruck beschreibst, ist zum Beispiel implizit klar, dass Dein Protagonist gerade hinsieht.
Es wäre also verwirrend, wenn Du etwa schriebest: "Der Mann trug ein rosarotes Hühnerkostüm. Ich starrte ihn entgeistert an." Also, wie korrigieren? Etwa so? "Ich starrte den Mann entgeistert an. Er trug ein rosarotes Hühnerkostüm." Besser? Ja, besser, aber immer noch nicht optimal, denn die Entgeisterung kommt zu früh.
Wie ereignet sich das? (1) Hinsehen. (2) Beschreiben. (3) Reaktion.
Also: "Ich starrte den Mann an. Er trug ein rosarotes Hühnerkostüm. Ein Hühnerkostüm. Ich konnte es nicht fassen. Rosarot."
Und damit kommen wir gleich zum nächsten und letzten Punkt.
(5) Show, don't tell. Wenn Knut fassungslos ist, dann ist es nicht optimal, wenn man einfach sagt: "Knut war fassungslos, weil Henrietta Lippenstift auf ihren Schnabel geschmiert hatte." Eleganter ist, seine Reaktion zu zeigen, etwa durch emotional eingefärbte Beschreibung: "Knut kratzte sich am Kopf. Henrietta trug Lippenstift. Mit Glitzer. Lipgloss Extramoist oder wie der Schwachsinn hieß." Und natürlich kann Knut auch was Fassungsloses sagen, etwa: "Henrietta, du weißt doch ... Henrietta, du bist ein Huhn, ich ... findest du wirklich, dass das dein Stil ist?"
Viel Spaß beim Überarbeiten!
Liebe Grüße
Quisille
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