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Prolog meiner Geschichte...

Bild von Shay
Eigener Kommentar: 

Der unten stehende Text kommt wohl einem Prolog am nächsten. Es ist der Anfang - in gewisser Hisicht Kapitel 0 meines ersten und bisher einzigen Projektes. Seht mir also eventuelle Stilfehler etc. nach.
Was jetzt nicht heißen soll, dass ihr mich nicht darauf hinweisen sollt.
Dabei braucht auch niemand vorsichtig zu sein, ich bin durchaus kritikfähig und kann auch mit deutlichen Worten umgehen.

Das Wetter passte zu seiner Stimmung. Noch war die Sonne da und legte ihr weiches, gelbliches Abendlicht über die Hügel. Ruhig und friedlich nahm sich das Ganze aus, eine sanfte Landschaft mit gutem Boden für den Ackerbau, kleinen nicht zu dichten Wäldern, reichlich Wasser und genügend Gras. Das Gebiet war gut besiedelt, besonders hier, in der Umgebung der Königsstadt Gae. Ob er sie noch einmal sehen würde? Als er vor etwa vier Tagen von dort losgeritten war, hatte er versucht sich alles so gut wie möglich einzuprägen, es mit zu nehmen um etwas zu haben, für das es sich zu kämpfen lohnte. Besonders den großen Versammlungssaal mit den wundervollen Mosaiken und Wandbehängen. Er rief sich die Einzelheiten noch einmal ins Gedächtnis. Die an der Stirnwand dargestellten Jagdszenen. Der Ausdruck, vor allem der der Tiere, war so lebensecht getroffen, dass sie beinahe aus dem Teppich herauszutreten schienen. Der majestätische Hirsch war schon etwas Besonderes aber vor allem zwei Hasen am unteren Rand hatten es ihm angetan. Nach ihnen hatte er immer als erstes geschaut, wenn er den Saal betrat. Auch jetzt half ihm das Bild. Schönheit hatte ihn von je her am besten dazu motivieren können alles zu geben was er hatte. Er hoffte nur, dass es jetzt reichen würde.

Hier auf diesem Hügel war nun freilich keine Ansiedlung im Umkreis sichtbar. Ein leichter Wind war aufgekommen und lenkte seine Aufmerksamkeit auf die dunklen Wolken, die sich im Osten ballten. Es würde Sturm geben und zwar bald. Einen heftigen Gewittersturm, der verheerende Wirkung haben konnte wenn man sich relativ ungeschützt auf einem Hügel aufhielt so wie er jetzt gerade mit seinen Begleitern.

Das Wetter passte auch auf die Situation in der sie sich befanden. Nur hatte der Sturm für sie bereits begonnen. Der erste Wind hatte sie alle gestreift und einen Ausblick auf den kommenden Schrecken geboten.

„Können wir den Sturm noch aufhalten? Kann man einen Sturm aufhalten?“ An der überraschten Miene seiner Begleiter bemerkte er, dass er laut gedacht hatte. Elmaryn sah ihn nachdenklich an. Möglicherweise hatte er seine Bemerkung am besten begriffen. Elmaryn, der Barde der der Natur so nahe stand, dass er die Melodien finden konnte, die den Dingen zu Grunde lagen, die es ihm vielleicht sogar möglich machten, sich mit Steinen, Bäumen oder Tieren zu unterhalten – oder mit einem Sturm?

„Moanir – sollen wir Schutz suchen oder möchtest du heute…“ Sein zweiter Begleiter, Skjaldan, hatte die Frage ausgesprochen, die sicherlich alle in der kleinen Gruppe bewegte. Wollte er heute? Wollte er? Oder war es eher so, dass er musste. Heute? Jetzt?

Wenn er jetzt begann, überlegte Moanir, würde er die Energie des Sturmes nutzen können um weiter zu reichen mit seinem Ruf. Der Sturm könnte ihn tragen. wer konnte schon wissen, wie weit er reichen musste? Der Sturm und die Verzweiflung. Er schloss kurz die Augen. Beides waren Kraftquellen, die nicht zu unterschätzen wären wenn er um Hilfe rufen würde. Seine einzige Hoffnung war es, dass auch jemand antworten würde!

Er hielt sein Pferd an. „Ich denke, es ist an der Zeit. Elmaryn, kannst du mir Kraft aus diesem Sturm geben? Ich denke, wir können jede Hilfe brauchen, die sich finden lässt.“ Seine größte Sorge, dass alle Kraft die sie aufbringen konnten nicht ausreichen könnte, ließ er unausgesprochen. Es würde schon viel Licht erforderlich sein, das sie gegen diese Dunkelheit setzen mussten. Licht… „Und Licht.“ Moanir musste lächeln als er Elmaryn darum bat ihm auch Kraft aus dem Licht zu schicken. Wie ihm dieser Aspekt beinahe im Nachhinein eingefallen war. Wie groß war der Schatten der Dunkelheit schon, dass er das Licht vergaß. „Ich denke ich werde heute auch vor allem das Licht benötigen.“ Elmaryn nickte. Viel gab es dazu nicht zu sagen. Skjaldan war abgesessen und führte sein Pferd zu einem der kleinen Büsche auf der Hügelkuppe. Skjaldan war immer praktisch veranlagt, immer hoffnungsvoll. Moanir musterte seinen Begleiter und besten Freund. Skjaldan… Skjaldan hatte grenzenloses Vertrauen in seine Fähigkeiten aber in den letzten Tagen und Wochen müssten auch für ihn die Grenzen dieser Fähigkeiten allzu deutlich am Horizont erschienen sein – oder noch nicht deutlich genug? Moanir war klar, dass Skjaldan ihn für die einzige Lösung hielt, für den Einzigen, der den Sturm noch aufhalten konnte aber er würde ihn enttäuschen müssen. Er konnte den Sturm nicht aufhalten. Das zumindest wusste er. Vielleicht aber konnte er aber wenigstens jemanden rufen der dazu in der Lage war. Dann könnten sie alle heute Abend zusammen das Ende des Schreckens feiern. Bei dieser Vorstellung musste er lächeln. Wie schön wäre das – und gleichzeitig so unwahrscheinlich.

Er band sein Pferd neben Skjaldans an den Busch. Der suchte bereits nach einer guten Stelle, einem bequemen Sitzplatz. Immer praktisch veranlagt, immer tätig. Skjaldan zum Warten oder zum reinen Studium der Bücher verurteilt wäre eine Strafe für jeden in seiner Nähe. Auch diese Vorstellung veranlasste ihn zum Lächeln. Skjaldan, einer der besten und fähigsten Magier Quos – und momentan sein Schüler. Sein Schüler, obwohl die Ausbildung, die Skjaldan bei Quos Erzmagier genossen hatte beendet war und obwohl eben dieser Erzmagier gerade dabei war, ihn aus Quo auszuschließen. Spätestens, wenn er gegen seinen Willen heute hier um Hilfe rufen würde.

„Wenn du den Sturm nutzen möchtest, sollten wir jetzt beginnen oder uns eine windgeschützte Ecke suchen in der wir uns den Abend noch nett machen können.“ Elmaryn sah ihn an – ernst, aber nicht ernst genug um sich diesen kleinen Scherz noch zu erlauben. Moanir lächelte ihm zu. Den Tag, an dem Elmaryn aufhörte zu scherzen wollte er nicht erleben.

Skjaldan hatte wirklich einen bequemen Sitzplatz aufgetrieben. Eine leichte Mulde mit sandigem Boden in der man gut sitzen und sich sogar anlehnen konnte. Moanir nickte ihm dankbar zu als er Platz nahm.

Elmaryn hatte zu spielen begonnen. Die Melodie, die er mit einer einfachen Rohrflöte blies, fing die ersten, jetzt heftiger werdenden Windstöße ein, dass es fast schien, als spiele er mit dem Wind ein Duett. Als richtete sich der Wind nach seinen Angaben und nicht umgekehrt. Vielleicht war es ja auch so? Er spürte die Kraft in Elmaryns Spiel und begann sich nun selbst zu konzentrieren. Moanir konnte spüren, wie die Kraft des Windes seine eigene verstärkte und sendete nun seinen Geist aus. Er erweiterte die Grenzen seines Bewusstseins, suchte um jemanden zu finden, der helfen konnte.

Es reichte nicht. Einen Moment verspürte er in seinem Inneren eine vollkommene Leere. Es reichte nicht. Seine Kraft alleine, auch nicht mit der von Elmaryn und Skjaldan zusammen, reichte nicht. War hier und jetzt alles umsonst?

Elmaryn variierte die Melodie. Am Rande seines Bewusstseins nahm er es war, die Melodie des Lichtes – Licht… Ihm kam eine Idee. Eine verzweifelte Idee aber besser als jetzt aufgeben zu müssen. Die Kraft die er brauchte, wäre vielleicht zu erhalten. Er konzentrierte sich auf das Licht. Den Stein des Lichtes in Quo. Etwa vierhundert Jahre hatte niemand mehr Hilfe von diesem Stein erhalten. Vierhundert Jahre lag er in einer Art Schlaf wie man sagte. Nicht aktiv. Er hatte bereits einmal versucht Kontakt zu diesem Stein aufzunehmen und hatte eine Antwort erhalten. Keine die ihm gefiel aber jetzt war es nötig, dass er es noch einmal versuchte. Jetzt wäre er bereit, den Preis zu zahlen sollte er die Hilfe erhalten die er benötigte. „Ich brauche jetzt deine Hilfe.“ Moanir richtete seine gesamte Konzentration darauf. Seine letzte Hoffnung. „Wenn du mir nicht hilfst, kann ich keine Hilfe für uns erbitten und dann wird die Dunkelheit alles verschlingen. Das hast du mir damals selbst gesagt und mir ebenfalls klar gemacht, dass nicht ich es sein kann, der sich gegen die Dunkelheit stellt. Hilf mir jetzt, den zu finden der es kann. Ich bin bereit.“

Erst langsam, dann wie das ansteigende Wasser in einer Quelle die lange verschlossen war, spürte er es. Die Kraft, die seinen Geist weiter trug, seinen Ruf weiter trug und auch Elmaryns Melodie mit aufnahm. Weit, viel weiter als er selbst je hätte reichen können. An die Grenzen seiner Welt und dann darüber hinaus. Dort war jemand. Jemand, der ihn wahrgenommen hatte, der seinen Ruf hören konnte. Jemand, der die Kraft hatte.

„Ich rufe dich nach Quo, als ein Licht gegen die Dunkelheit, willst du kommen?“

Die Kraft die er erhielt, machte es ihm möglich beinahe so klar zu sprechen, als stünde die Person neben ihm. Der Preis dafür bestand darin, dass er diese Kraft würde zurückgeben müssen nachdem er Hilfe gefunden hatte. Was das für ihn bedeutete war ihm vollkommen klar. Ging ein Magier dermaßen über seine eigene Kraft hinaus, brauchte er nicht zu hoffen zu überleben. Trotzdem bereute er es nicht. Er hatte jemanden gefunden, der helfen konnte. „Willst du kommen?“ Er brauche ein Ja, ein klares Ja dann könnte er alles in die Wege leiten auch wenn es etwas brauchen würde. Die Zeiten liefen in den Welten nicht gleich. Was er jetzt wahrnahm, würde dort vielleicht erst in einer oder zwei Wochen geschehen. „Kommst du?“ Er konnte sein Gegenüber, eine Frau wie es schien, nicht in Worten hören. Entweder beherrschte sie die geistige Kommunikation nicht oder er selbst war zu schwach um über diese Distanz wahrzunehmen. Dann aber, spürte er die Zustimmung. Er lächelte. Jetzt war er von einer tiefen Freude erfüllt. Sie würde kommen. Die Kraft des Steins machte es ihm möglich einen Transport nach Gae in die Wege zu leiten… Dort, würde sie alles erfahren, was sie wissen musste. Skjaldan und Elmaryn würden sich ihrer annehmen. Skjaldan könnte sie nach Quo bringen…

Seine Kraft schwand in dem Maß, in dem sich die des Steines zurückzog – „Moanir?“ Er hörte Skjaldans Stimme, sah kurz darauf auch sein besorgtes Gesicht als er selbst aus seiner Konzentration auftauchte, konnte sehen, wie sich erst Entsetzen und dann pure Verzweiflung darauf abzeichneten. Er hätte seinen Freund gerne beruhigt, ihm neue Hoffnung gegeben aber er konnte nicht sprechen. Sein Körper schien bereits nicht mehr zu ihm zu gehören. Das letzte, was er sah, war der einsetzende Regen, der sich wie ein Vorhang vor sein Gesicht schob.

Kommentare

Bild von Zauberling

Hallo Shay.

Nun habe ich mir diesen doch sehr langen Text mal komplett durchgelesen. Es ist mir nicht leicht gefallen. Ich finde, es liest sich recht zäh und es ist für einen Prolog zu lang.
High Fantasy ist nicht mein Genre, ich versuche aber mal diesen Aspekt auszublenden, um eine kurze Einschätzung, wie ich es wahrgenommen habe, geben zu können.

Aufgefallen ist mir der stark erzählerische Charakter, noch dazu unterfüttert mit vielen wertenden Adjektiven.

Ruhig und friedlich nahm sich das Ganze aus, eine sanfte Landschaft mit gutem Boden für den Ackerbau, kleinen nicht zu dichten Wäldern, reichlich Wasser und genügend Gras.

Klingt ein bissl wie Tolkien, aber nicht ganz. Wink Trotzdem gibt es Gemeinsamkeiten. Du beschreibst recht ausführlich die Umgebung und bist dennoch nicht präzise.
Eine ruhige, friedliche Umgebung? Wie muss ich mir das vorstellen?
Eine sanfte Landschaft? Was meinst du mit sanft? Da kann ich mir nichts drunter vorstellen.
Wie sieht guter Boden für den Ackerbau aus? Das ist eine Behauptung deines Prota, aber ich selbst kann es nicht "sehen".
Das ist das Problem mit den Adjektiven.
Guter Boden für Ackerbau würde sich mir selbst erschließen, wenn du schreiben würdest, dass so weit das Auge reicht Korn wächst, dazwischen Mais und Zuckerrüben. (Oder so ähnlich.)
Ähnlich verhält es sich mit den "nicht zu dichten Wäldern, reichlich Wasser und genügend Gras". Das ist alles erzählt. Du behauptest das, ich kann es aber nicht sehen. Mein Kopfkino startet nicht. Der Motor stottert nach den ersten Worten und weigert sich, auch nur ein Bild zu produzieren.

Eine Rückblende gleich nach den ersten Sätzen halte ich für keine gute Idee. Der Leser muss sich erst einmal in deine Geschichte einfinden, deine Fioguren kennen lernen etc und da wirfst du ihn gleich mal in die Vergangenheit.
Insegesamt sind Rückblenden nie zu empfehlen. Wenn es möglich ist, den Inhalt einer Szene anders darzustellen, dann mach das. Unbedingt!

Als er vor etwa vier Tagen von dort losgeritten war, hatte er versucht sich alles so gut wie möglich einzuprägen, es mit zu nehmen um etwas zu haben, für das es sich zu kämpfen lohnte. Besonders den großen Versammlungssaal mit den wundervollen Mosaiken und Wandbehängen. Er rief sich die Einzelheiten noch einmal ins Gedächtnis. Die an der Stirnwand dargestellten Jagdszenen. Der Ausdruck, vor allem der der Tiere, war so lebensecht getroffen, dass sie beinahe aus dem Teppich herauszutreten schienen. Der majestätische Hirsch war schon etwas Besonderes aber vor allem zwei Hasen am unteren Rand hatten es ihm angetan. Nach ihnen hatte er immer als erstes geschaut, wenn er den Saal betrat.

Ist dieser Rückblick wichtig für den Leser? Wenn nicht, streichen. Zumindest im Moment scheint er mir überflüssig.

Er konzentrierte sich auf das Licht. Den Stein des Lichtes in Quo. Etwa vierhundert Jahre hatte niemand mehr Hilfe von diesem Stein erhalten. Vierhundert Jahre lag er in einer Art Schlaf wie man sagte. Nicht aktiv.

Hier klingt es nach Infodump. Du hast es zwar schön in den Text eingestrickt, aber dennoch klingt es "aufgesetzt". Ich als Leser merke, dass du mir nun eine Information als Autor gibst, die du nicht in die Handlung einflechten kannst.
Frage: Ist es wichtig als Leser zu wissen, dass seit 400 Jahren niemand mehr den Stein um Hilfe gebeten hat? Wenn ja, kann man das als Leser an späterer Stelle erfahren, ohne dass es der Handlung schadet?

Die Kraft die er erhielt, machte es ihm möglich beinahe so klar zu sprechen, als stünde die Person neben ihm. Der Preis dafür bestand darin, dass er diese Kraft würde zurückgeben müssen nachdem er Hilfe gefunden hatte. Was das für ihn bedeutete war ihm vollkommen klar. Ging ein Magier dermaßen über seine eigene Kraft hinaus, brauchte er nicht zu hoffen zu überleben. Trotzdem bereute er es nicht.

Auch hier wieder. Wink

Da gibt es noch ein zwei andere Stellen, aber es sind immer nur Kleinigkeiten.

Insgesamt solltest du dir die Adjektive anschauen. Zeige dem Leser die Geschichte, beschreibe sie nicht. Stichwort Show don´t tell.
Ich finde auch, dass du noch die ein oder andere Stelle kürzen könntest.
Überdenke die Rückblende und überlege dir, welche Informationen der Leser an dieser Stelle braucht.

Ein kleiner Vorschlag für eine Übung:
Streiche alle Adjektive, alle Rückblenden (Merkmal: hatte), jeden Infodump.
Dann guck dir deinen Text an. Drucke am besten beide Texte aus und lege sie nebeneinander.
Wie empfindest du die Texte? Welcher gefällt dir besser? Oder an welchen Stellen gefällt dir einer besser als der andere? Warum?
Lass den Text ein paar Tage liegen, lies ihn nochmals (beide Varianten) und überlege, wo der abgespreckte Text zu "dünn" ist und füttere ihn, aber indem du "zeigst", nicht "beschreibst".
Du kannst deinen abgespreckten Text dann auch gerne mal einstellen und wir gucken uns das mal an.
Natürlich nur, wenn du willst und als Übung.

Ich hoffe, das hilft dir ein wenig.

VG
Yvonne

Bild von Shay

Erst mal herzlichen Dank fürs Lesen auch wenn der Text lang und nicht dein Ding war!
Ich werde die Übung auf jeden Fall einmal machen und schauen was dabei heraus kommt.
Auch werde ich mich garantiert an eine Überarbeitung wagen.
Auf Rückblenden werde ich generell in meinen Texten mal achten - Ich scheine zu sowas zu neigen.

Danke für die Tipps!

Bild von Jin

Hallo Shay!
Meine High-Fantasy-Phase liegt ebenfalls schon ein wenig hinter mir. Ich habe mich damals schlicht und einfach abgelesen - und das ist auch ein Problem, das ich bei deinem Text hatte. Er kommt mir sehr 0815 vor; was wahrscheinlich großteils an dem Setting liegt. Schön und ausführlich beschriebene, keine Frage, aber mir fehlt der Anreiz, warum mich diese Gegend interessieren sollte. (Zugegeben, ich finde idyllisches Hügelland sterbenslangweilig. Mag also durchaus Geschmackssache sein.)
Warum hast du ausgerechnet einen Ort mitten in der Pampa gewählt? Klar, der Sturm wird dort runterkrachen, aber theoretisch kann der Sturm das überall - das entscheidest schließlich du.
Ein interessantes Setting wäre zumindest ein weiterer Hook, um den Leser bei der Stange zu halten. Wink

Die Handlung ist zwar auch klassisch, aber die interessiert mich in dem Fall eindeutig noch eher. Obwohl ich da zwei kleine Probleme mit deinen Gefährten habe: Ich kann mir ihre Namen nicht merken und ich kann sie nicht auseinanderhalten.

Kurzzeitig war ich auch leicht verwirrt, als die Pferde erwähnt wurden. Zuerst Landschaftsbeschreibung, dann Leute reden lassen, dann das Pferd anhalten ... ich musste im Nachhinein das Bild korrigieren, das ich mir bereits von der Szenerie gemacht hatte. Das wirft natürlich auch beim Text raus.

Soweit ein paar allgemeine Anmerkungen. Nimm dir davon, was du gebrauchen kannst. Smile
lg jin

Bild von Quisille

Hallo Shay!

Bevor ich mich in Einzelheiten verliere: Könntest Du mir in kurzen Sätzen die Handlung beschreiben? (Das hört sich vielleicht ein bisschen wie implizite Kritik an, und in gewisser Hinsicht ist es das auch.) Was ich mitbekommen habe, ist in etwa das:

Moanir hat was dagegen, dass es stürmt. Er erhält Hilfe von einer Art tranzendentalen Wesenheit, dann stirbt er. Das ist der Preis, den er für die erhaltene Hilfe zahlen muss.

Mir ist schon bewusst, dass der Sturm, später die Dunkelheit, eine Metapher für eine andere Bedrohung ist, aber welche das ist, worum es eigentlich geht, welche Konsequenzen zu fürchten sind, wenn Moanirs Unterfangen fehl schlägt -- all das kann ich dem Text nicht entnehmen, nicht einmal mutmaßen. Um mein Interesse zu wecken, liefert mir der Prolog nicht genügend Anhaltspunkte. Alles muss er natürlich nicht offenlegen, aber wenigstens das hier sollte glasklar sichtbar sein:

Wer will was aus welchen Gründen, mit welchen Widerständen hat er zu kämpfen, und wie ist der vorläufige Ausgang der Angelegenheit?

Wenn diese Dinge nicht klar sind, ist die Handlung unklar, wenn die Handlung unklar ist, ist es keine Erzählung, eher ein Stimmungsgemälde. Wenn Du einige (vielleicht sogar die meisten) Hintergründe nicht erwähnen willst, was per se keine schlechte Idee ist, dann wäge ab, wie Du dennoch die fette Frage weiter oben beantworten kannst.

Ein paar Beispiele, was passieren kann, wenn man Teile der Frage unbeantwortet lässt:

Getrieben von seiner Abhängigkeit will jemand Drogen beschaffen; er bricht in einen Gemüsemarkt ein, mit dem erbeuteten Geld beschafft er sich im Rotlichtmilieu Heroin und wird dabei verhaftet.

Alles da, bis auf die Frage, um wen es eigentlich geht. Und das wäre wichtig gewesen, denn die Story ist eigentlich:

Getrieben von seiner Abhängigkeit will der Polizeipräsident einer Großstadt Drogen beschaffen; er bricht in einen Gemüsemarkt ein, mit dem erbeuteten Geld beschafft er sich im Rotlichtmilieu Heroin und wird dabei verhaftet.

Liest sich gleich ganz anders, nicht wahr?

Oder:

Ein Magier will einem Dämon eine Jungfrau opfern, aber im ganzen Königreich ist keine aufzutreiben bis auf seine eigene Tochter, also gibt er nach schweren inneren Kämpfen seinen Plan auf.

Alles da, nur das Motiv des Magiers fehlt. Eigentlich schade, denn der Story fehlt irgendwas, wenn man nicht weiß, dass der Magier das Opfer braucht, um seine eigene Seele zu retten.

Oder:

Getrieben von Geltungssucht und Machtgier bringt der jüngste Prinz nach und nach alle seine Brüder um. Doch der König schöpft Verdacht.

Alles da, nur wissen wir nicht, wie die Sache ausgeht. Eigentlich schade, denn der alte König sagt am Ende zu seinem einzigen überlebenden Sohn: "Ach, übrigens, Ernestus, du bist leider adoptiert und von der Erbfolge ausgeschlossen. Vielleicht hätte ich das eher erwähnen sollen."

Und so weiter. Kurzum: Wenn eine der Zutaten fehlt, ist die Story unvollständig. Also, um auf meine Eingangsfrage zurückzukommen:

Wer will in Deinem Prolog was aus welchen Gründen, mit welchen Widerständen hat er zu kämpfen, und wie ist der vorläufige Ausgang der Angelegenheit?

Zwei kurze Sätze, vielleicht drei, das schafft bei mir Klarheit, in welche Richtung ich weiterfleddern soll.

Liebe Grüße
Quisille

Bild von Shay

Ui...
Ich glaube ich muss an bden Text noch wirklich einmal gründlich ran! (oder ich lasse den Teil besser ganz weg?)

@Jin / @Quisille...

Getrieben von seiner Abhängigkeit will jemand Drogen beschaffen; er bricht in einen Gemüsemarkt ein, mit dem erbeuteten Geld beschafft er sich im Rotlichtmilieu Heroin und wird dabei verhaftet.

Alles da, bis auf die Frage, um wen es eigentlich geht. Und das wäre wichtig gewesen, denn die Story ist eigentlich:

Getrieben von seiner Abhängigkeit will der Polizeipräsident einer Großstadt Drogen beschaffen; er bricht in einen Gemüsemarkt ein, mit dem erbeuteten Geld beschafft er sich im Rotlichtmilieu Heroin und wird dabei verhaftet.

Ich finde, dieses Zitat bringt es ziemlich gut auf den Punkt und zusammen mit den beiden Kritiken vorher von Zauberling und Fritzi werde ich da sobald Zeit ist noch einmal überarbeiten.
MIR ist natürlich klar wer da was vorhat weil ich dieses Stück erst geschrieben habe nachdem das meiste vom Rest fertig war. Ich dachte ich brauche irgendwie einen schönen, stimmungsvollen Aufhänger am Anfang der Lust auf das Ganze macht aber DAS ging wohl etwas daneben. Stilistisch wie Sinnbezogen wie es scheint.
Naja- man lernt bekanntlich nie aus und daher werde ich mich da nochmal dransetzen.

@Jin - Ja- weshalb macht er das nicht eigentlich von seinem Wohnzimmer aus...
Muss ich mir wohl ernsthaft überlegen denke ich. Mein einziger Grund- nachdem ich gut darüber nachgedacht habe ist schlicht: Wei ich es in der schönen Landaschaft netter finde Wink

@Quisille
In kurzen Sätzen die Handlung beschreiben...
Ist peinlicherweise schwerer als ich dachte! Ich habe es trotzdem mal versucht und stellte fest... Die Hälfte von dem, was passiert steht nicht da.
Was da hätte stehen sollen, kann ich aber eigentlich nicht schreiben, da es zu viel vorweg nehmen würde was hinterher noch passiert / erklärt wird.

Also stellt sich mir gerade die Frage: Weglassen oder umschreiben?

Ich muss jetzt leider gleich weg aber ich gehe an diesen Punkt noch einmal dran und melde mich dann zurück.

Bild von Quisille

Was da hätte stehen sollen, kann ich aber eigentlich nicht schreiben, da es zu viel vorweg nehmen würde was hinterher noch passiert / erklärt wird.

Also stellt sich mir gerade die Frage: Weglassen oder umschreiben?

Für die Kurzzusammenfassung der Szene ist das nicht weiter tragisch, die ist ja nur für Dich. Wenn Du uns als potenzielle Testleser nicht verschleißen willst, dann kannst Du die Zusammenfassung natürlich nicht posten. Klar.

In jedem Fall stehst Du dann allerdings vor dem Problem, dass Du wesentliche Teile Deiner Handlung vor dem Leser nicht explizit ausbreiten kannst.

Verzwickte Situation. Eventuell lässt sie sich dadurch auflösen, dass Du Motivation und Handlung strikt auf die Szene beschränkst. Das einzige, was die Gefahr birgt, zu viel über die Hintergründe zu verraten, ist die Motivation, also der Grund, warum der Protagonist sein Ziel anstrebt. Hier kann man tricksen, indem man dem Leser eine glaubwürdige, aber nicht hundertprozentig zutreffende Motivation suggeriert. Du hast eine personale Perspektive, wenn Du also Hinweise auf eine Motivation zwischen die Zeilen packst, hat der Leser wenigstens etwas Futter.

Wichtig dabei ist, den Leser trotzdem nicht anzulügen, mit anderen Worten sollten die präsentierten Fakten zwar geschickt selektiert, aber nicht falsch sein.

Wenn's zu umständlich gerät, wäre natürlich Streichen des ganzen Prologs eine Alternative. Ob das wirklich nötig ist, kann ich nicht abschätzen, dazu kenne ich noch zu wenig von Deinem Projekt. Ein paar Hinweise, ob es überhaupt möglich ist zu streichen:

  • Werden im Prolog wichtige Hintergründe eingeführt?
  • Wenn ja, müssen diese Hintergründe schon zu diesem Zeitpunkt eingeführt werden? Unbedingt? Ganz ehrlich?
  • Treten im Prolog wichtige Figuren auf?
  • Wenn ja: Tretren die Figuren auch später noch auf?
  • Vermeidet der Prolog spätere Rückblenden?
  • Lassen sich bestimmte Dinge im Prolog szenisch etablieren, später aber nur noch narrativ?
  • Hat der Prolog einen packenden Konflikt?
  • Kurzum: Was fehlt, wenn man den Prolog weglässt?

Liebe Grüße
Quisille

Bild von Shay

Ein paar Hinweise, ob es überhaupt möglich ist zu streichen:
•Werden im Prolog wichtige Hintergründe eingeführt?
•Wenn ja, müssen diese Hintergründe schon zu diesem Zeitpunkt eingeführt werden? Unbedingt? Ganz ehrlich?
•Treten im Prolog wichtige Figuren auf?
•Wenn ja: Tretren die Figuren auch später noch auf?
•Vermeidet der Prolog spätere Rückblenden?
•Lassen sich bestimmte Dinge im Prolog szenisch etablieren, später aber nur noch narrativ?
•Hat der Prolog einen packenden Konflikt?
•Kurzum: Was fehlt, wenn man den Prolog weglässt?

-Hintergründe: Nichts, was sich nicht auch später erklären lassen würde.

-Wichtige Figuren: Ja. Alle drei - wenn auch Moanir nur posthum, sind für die Handlung essentiell.

Rückblenden: Ja- der Prolog vermeidet wenige Rückblenden, die ich aber auch mit etwas Mühe als Erzählung durch die zwei anderen dort vorkommenden Personen gestalten könnte.

Das schließt den nächsten Punkt mit ein - Ja - im Prolog ist das szenisch, was ich eben später als Erzählung gestalten könnte.

Konflikt? - Nein. - Zumindest nicht in der Kürze in der ich ihn gedacht hatte. Ich müsste da dann deutlich weiter ausholen und quasi eine Vorgeschichte schreiben was auch möglich wäre aber eigentlich hatte ich das nicht vor.

Es fehlt eigentlich nicht viel. Lediglich Moanir, der den Rest des Buches eben nicht mehr lebendig auftritt (auch nicht tot übrigens)- Lediglich noch in Beschreibungen der Anderen.
Das wirft natürlich die Frage auf, was es dem Leser bringt, eine Figur kennen zu lernen, die danach so nicht mehr auftritt...
Andererseits ist das, was Moanir im Prolog tut, entscheidend für den gesamten späteren Verlauf der Handlung. Es ist für meine Protagonistin der Aufhänger in die Geschichte einzusteigen.
Ansich selbst kein großer Akt und ich kann das auch an anderer Stelle erklären aber ich hätte es lieber so direkt als Handlung drin.

Dummerweise komme ich nicht vor Dienstag dazu, mich wirklich ernsthaft daran zu setzen, aber dann muss ich das Problem wohl einmal angehen - wahrscheinlich werde ich da noch einmal neu formulieren, sehen ob es mir dann noch gefällt und mal das, was bisher "fertig" ist darauf testen was passieren würde, wenn ich es weg ließe.

Bild von Quisille

Es ist für meine Protagonistin der Aufhänger in die Geschichte einzusteigen.

Guter Hinweis. Wenn man sich Dein Kapitel eins ansieht, kommt einem der Verdacht, dass Moanirs Hilferuf sich zu Deiner Protagonistin verirrt hat. Dann solltest Du den Prolog meines Erachtens drinlassen, denn dann fängt dort tatsächlich die Geschichte an.

Allerdings bräuchte der Prolog auch dann eine Handlung, die das Ereignis in all seiner Wichtigkeit beleuchtet, sonst ist er bald wieder aus dem Gedächtnis. Wink

Bild von Shay

Hmmm...
Dann mache ich vielleicht keinen Prolog sondern ein Kapitel 0 - oder sowas in der Art. Es wird dann zwar etwas länger aber damit kann ich mir hinterher einige Rückblenden sparen.
Die sind ja auch nicht so gut wie ich jetzt erfahren habe Wink

Bild von Shay

Ich habe mich jetzt entschlossen Kapitel 0 zu machen und das auch bereits eingestellt. Bitte weitere Kritiken dort Wink

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