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Wüstenmagierin

Eigener Kommentar: 

Da ich mir nicht wirklich über das Genre sicher war, wählte ich "High Fantasy". Sollte meine Geschichte dem nicht entsprechen, dann entschuldigt bitte.
Zur Kurzgeschichte... Ich habe diese als Biographie einer Rollenspielfigur verwendet.
Da nun immer wieder Ideen dazu auftauchen möchte ich versuchen diese Geschichte auszubauen.
Aufgrund dessen freue ich mich natürlich über jede Art von Kritik, denn schließlich möchte ich auch etwas lernen und nehme jeden noch so kleinen Hinweis dankend an.
Der Titel an sich ist mir spontan eingefallen und ändert sich im Laufe der Zeit vielleicht noch.

Die Geschichte, welche ich zu erzählen habe, ist eine traurige und beginnt in meinem Heimatdorf in der Wüste, welches wir Barkash nannten. Bereits nach meiner Geburt wurde ich mit Argwohn betrachtet, denn meine Mutter hatte Schande über unsere kleine Familie gebracht. Diese Schande hatte darin bestanden, dass sie sich einem wildfremden Mann hingegeben hatte. Aus dieser einmaligen Verbindung war ich entstanden und musste aus diesem Grund für die Fehler meiner Mutter Taisha büßen. Lange wurde nach einem passenden Namen für mich gesucht und wollten die Ältesten des Dorfes nicht zulassen, dass ich einen wertvollen erhielt. Ewig sollte mich das Vergehen meiner Mutter in meinem Namen begleiten. Trotz allem brachte es Taisha nicht übers Herz und nannte mich fortan Tirzah, jene welche Freude bereitet. Mit dieser Tat lud sie noch mehr Schande auf sich, doch war meine Mutter der Meinung, dass sie nicht tiefer sinken konnte als es bereits der Fall war.

Meine Kindheit verlief zum Teil so wie die eines jeden anderen Kindes in unserem Dorf verlaufen war. Selten gab es Streitereien oder Geplänkel, denn wussten die Kinder nicht um das Fehlverhalten meiner Mutter. Erst in den Jugendjahren, als ich in die hiesige Schule eintrat, erkannten meine bisherigen Freunde, dass es doch etwas mit meiner Familie auf sich hatte. Wie ein Lauffeuer hatte sich unter den Jugendlichen die schändliche Tat meiner Mutter verbreitet und waren es die Eltern, welche ihre Kinder gegen mich aufhetzten. Niemand wollte mehr etwas mit mir zu tun haben, geschweige denn ein freundliches Wort des Grußes mit mir wechseln. Mir blieb also fortan nichts anderes zu tun, als die Anspielungen und Verspottungen zu ertragen. Taisha hatte großes Mitgefühl mit mir und versuchte mich aufzuheitern wo es ging. Oft gelang es ihr auch, doch meist hatte ich nicht einmal in unserer kleinen Lehmhütte ein wenig Zeit um mich von den Beschimpfungen zu erholen. Bis vor die Tür verfolgten mich meine einstigen Freunde und bewarfen mich mit allen möglichen Dingen, welche in den schlimmsten Fällen Steine waren.

Nachdem ich eine qualvolle Schulzeit hinter mich gebracht und mit einigermaßen guten Noten abgeschnitten hatte, war es an der Zeit einen geeigneten Mann für mich zu finden. Diese Aufgabe sollte sich aber als schwierig gestalten, denn wer wollte mich schon haben? Das Desinteresse war groß und so gaben ich und meine Mutter schon bald die Hoffnung auf, während wir zusahen, wie immer mehr meiner Schulkameraden den Bund eingingen. Schnell hatte ich mich damit abgefunden, doch das nächste Unheil bahnte sich bereits an.

Obwohl wir in der Wüste lebten, verfügten wir über einen Brunnen, welcher tief ins Erdreich reichte und uns immer mit Wasser versorgt hatte. Als die Sonne aber erbarmungsloser als sonst auf uns hernieder brannte geschah es. Der Brunnen versiegte und natürlich wurden Taisha und ich dafür verantwortlich gemacht. Die Ältesten waren der Meinung, dass wir geheime Praktiken ausübten um uns so für das Verhalten der Dorfbewohner zu rächen. Natürlich waren diese Anschuldigungen an den Haaren herbeigezogen, doch mussten wir erneut unseren Kopf dafür hinhalten. Noch grausamer als zuvor wurden wir fortan behandelt, doch das Schlimmste war wohl, dass uns auf dem Markt niemand mehr etwas verkaufen wollte, egal wie viel wir dafür bereit waren zu zahlen. Schon bald mussten meine Mutter und ich Hunger leiden und eine Folge davon war, dass ich erkrankte und hohes Fieber mich an mein Nachtlager fesselte. Die Dorfbewohner störten sich nicht daran und waren sichtlich froh uns womöglich bald los zu sein, denn eine Besserung meines Zustands war nicht in Sicht.

Eines Nachts aber geschah das Unmögliche. Nur eine einzelne Kerze erhellte den Raum und meine Mutter saß bei mir als ich erneut einen Fiebertraum durchlebte. In diesem Traum hatte ich meine Augen geschlossen, doch spürte ich eine sonderbare Kälte, welche mich gänzlich umgab. Es war angenehm und zudem auch sehr beruhigend. Neugierig geworden öffnete ich meine Augen und erkannte sogleich, dass ich von Wasser umgeben war. Es handelte sich dabei um eine große Kugel, in welcher ich scheinbar gefangen war. Eine aussichtlose Situation mochte man meinen und diese Tatsache erkannte ich sehr schnell, denn meine Lungen gierten bereits nach Luft. Schnell hatte ich die Kugel durchschwommen und war an der Innenwand angelangt. Meine Versuche diese zu durchstoßen waren aber vergebens und auch die nächsten sollten scheitern. Schon bald war es ein Kampf um Leben und Tod und war es dieser Kampf, welchen alle Bewohner des Dorfes spüren sollten.

Sintflutartige Regenfälle brachen über Barkash herein und richteten gewaltige Schäden an den Feldern und Hütten an. Manche kamen sogar bei dem Versuch ihre Habe zu retten ums Leben und wurden hinfort gespült. Erst als ich es schaffte mich im Traum aus der Kugel zu befreien endeten die Regenfälle und ließen ein heilloses Chaos zurück. Das Fieber aber war schlagartig verschwunden und erneut gaben die Ältesten uns die Schuld. Wir wussten es nicht, aber in diesem Fall lag die Schuld tatsächlich bei uns. Vor allem aber bei mir. Ich erkannte die Gefahr und als die Dorfbewohner mir mit Hass gegenübertraten forderten diese dass ich Barkash verlassen sollte. Eine Forderung, welcher ich mich freiwillig beugte.

Viel Proviant konnte ich nicht mit mir nehmen und verabschiedete mich schweren Herzens von meiner Mutter. Die weite Wüste erwartete mich nun und deren Launen sollte ich schon bald kennenlernen. Tage und Nächte irrte ich umher und bald waren meine Vorräte aufgebraucht. Keine Oase war in Sicht und ebenso kein Brunnen, an welchem ich meinen Wasserschlauch hätte füllen können. Lange dauerte es nicht bis meine Kräfte schwanden und ich kurz darauf unter dem Himmelszelt zusammenbrach. Der Tod war nun greifbar nahe.

Stimmengewirr drang an mein Ohr als ich mein Bewusstsein wiedererlangte und als ich meinen Augenlidern befahl mir zu gehorchen erblickte ich eine Frau, welche sich über mich gebeugt hatte. Ein freundliches Lächeln strahlte mir entgegen und während ich versuchte mich aufzurichten erkannte ich, dass ich mich in einem prunkvoll eingerichteten Raum befand. Derselbe Prunk war auf der Kleidung der Fremden zu erkennen, denn waren ihre Gewänder aus den feinsten Stoffen und diese fügten sich zu einer Art Robe zusammen. Sachmah, so stellte sich die Frau mir vor, erklärte mir, dass sie mich in der Wüste gefunden und hierher, nach Ishtzaar gebracht hatte. Erst hielt ich dies für einen weiteren Traum, doch schon bald konnte ich mich selbst von der Realität überzeugen. Ich war tatsächlich in Ishtzaar, der Tempelstadt und Sachmah berichtete mir, dass sie eine Magierin sei und Großes in mir gespürt habe weshalb nun deutlich wurde, dass mein Vater ein Magier gewesen sein musste. Ich erzählte ihr von meinem Traum und dem Schicksal meines Heimatdorfes und Sachmah war begeistert aber auch schockiert zugleich weshalb sie entschied, dass ich unterwiesen werden müsse. Diese Aufgabe über nahm sie natürlich sogleich und wurde meine Lehrmeisterin.

Jahre vergingen, in welchen ich die Grundlagen der Magie lernte und schon bald zeigten sich erste Erfolge. Ich lernte schnell und schon bald konnte ich mich damit rühmen die Elementmagie zu beherrschen. Dennoch bevorzugte ich die Wassermagie, da es diese war, welche sich als erste gezeigt hatte. Schon bald war das Wissen Sachmah’s erschöpft und war es ihr nicht mehr möglich mich weiter zu unterrichten, da ich all ihre Erkenntnisse in mich aufgenommen hatte. So beschloss ich schon bald die mir unbekannte Welt zu bereisen, immer auf der Suche nach Geheimnissen, alten Schriften und weiteren Magiern, welche ihr Wissen mit mir teilen wollten.

Kommentare

Bild von Grubi

Dein Text ist weniger eine Geschichte als die reine Aufzählung von Hintergründen für eine Figur. Es gibt weder Dialog, noch szenische Schilderungen, die vor meinem Auge ein "Bild" deiner Geschichte entstehen lassen.
Ich gehe mal einfach davon aus, dass das hier wirklich nur der Hintergrund für eine "echte" Handlung ist und du es einfach nur aufgeschrieben hast, um dir selbst ein Bild von deiner Figur zu machen. Denn das "Woher?" einer Geschichte ist genauso wichtig wie das "Wohin?", wenn nicht sogar wichtiger.
Von daher ist das ein guter erster Schritt, um sich einem Stoff zu nähern.

Gerade deswegen halte ich mich jetzt mit detaillierteren Kommentaren etwas zurück, denn sollte aus dem Text tatsächlich eine Geschichte erwachsen (und nicht nur als Hintergrund dienen), so stehst du wohl nach am Anfang der liebevollen Aufzucht und Pflege deines Pflänzchens, dessen Samen du gerade erst in den Boden gesteckt hast.

Nur ein kleiner Tipp: Stell dir deinen Text als wörtliche Rede deiner Protagonistin vor und fühle ihr ruhig mal auf den Zahn, auch wenn es (für sie) unangenehm wird. Ein guter Interviewer stellt auch knifflige Fragen und bohrt nach, wenn er etwas genauer wissen will!

Bild von Moira

Hallo Tirzah,

ich stimme Grubi generell zu und füge noch einen kleinen Rat hinzu: Das Schreibhandwerk ist sehr wichtig. Wir haben eine Menge interessanter Artikel auf der Startseite, wie zum Beispiel "Show, don't tell" und "Plotten", um nur zwei zu nennen.
Falls du sie nicht schon gelesen hast, schau doch mal drüber und wende das neu erlangte Wissen auf einen Text an. Vielleicht schreibst du einfach mal eine Kurzgeschichte und bearbeitest sie danach mit dem Wissen aus den Artikeln. Wenn du der Meinung bist, dass es so gut ist, stellst du sie hier hinein und wir helfen dir noch ein bisschen weiter. So lernt man am besten.

Viele Grüße,
Moira

Ps: Eine Kritik meinerseits zu deinem Text kommt in den nächsten Tagen. Smile

Bild von Zauberling

Hallo Tirzah,

ich stimme meinen Vorrednern zu.
Du hast da einen interessanten Stoff in einer Zusammenfassung der - aufpoliert nach allen Regeln der Kunst (oder des Handwerks) - richtig gut werden wird. Eine Kurzgeschichte mindestens. Vielleicht sogar was längeres.

Da liegt dann auch gleich die Herangehensweise. Ist es eine Kurzgeschichte, würde ich empfehlen mit einzelnen Ausschnitten zu beginnen und diese handwerklich zu bearbeiten.
Soll es doch etwas längeres werden, dann würde ich empfehlen zu plotten.

Auf jeden Fall kannst du uns immer fragen. Wir helfen gerne.

LG
Yvonne

Ich bedanke mich für eure Kommentare!

Ja, "leider" ist es nur eine Art Hintergrundinformation zu Tirzah, da ich damals im Rollenspiel nicht viel mehr brauchte. Deshalb sind auch keine Dialoge oder nähere Beschreibungen enthalten die ein Bild entstehen lassen würden.
Ich selbst sehe es auch wie eine Zusammenfassung die nun Schritt für Schritt zerpflückt und ausgebaut werden muss.
Eine Idee zu einer späteren Handlung hätte ich bereits und ich werde einfach mal versuchen das was ihr mir hier nahe gelegt habt zu üben.

Grubi hat es mit seinen Worten sehr schön ausgedrückt.
Mein Text steht am Anfang und stellt den Samen eines Pflänzchens dar das durch Aufzucht und Pflege heranwachsen soll.

Ein paar Artikel habe ich mir bereits durchgelesen, doch so recht will ich das mit dem plotten nicht verstehen. Vielleicht sitze ich einfach nur auf der Leitung Smile

Liebe Grüße!

Bild von Zauberling

Das Plotten ist die Planung vor dem Schreiben.
Jeder geht da anders heran, deshalb ist es schwierig, jetzt allgemein Tipps zu geben, aber ich versuche es mal.

Ich habe meistens eine grobe Idee im Kopf, einen Grundkonflikt oder Anfang und Ende einer Geschichte.
Wir können das ja mal fiktiv an einem Beispiel festmachen, welches wir alle kennen. (Denke ich mal)
Harry Potter
Wichtig beim Planen sind immer Anfang und Ende, sowie die Mitte mit ihren Plotpoints (Wendepunkte).
Was stand am Anfang? - Baby Harry wird vor der Tür seiner Tante und Onkel abgelegt.
Und was am Ende? - Er rettet die Welt.
Aber da geschieht ja noch viel mehr!
Und da kommen nun die Wendepunkte ins Spiel. Zunächst hat man da den ersten WP (Point of no return). Hier startet die Geschichte.
WP 1 - Harry erfährt, dass er ein Zauberer ist.
Der zweite Wendepunkt ist der, an dem die Situation ausweglos erscheint, eine Lösung ferner denn je.
WP 2 - Der dunkle Lord ist zurück gekehrt und Harry weiß nicht, wo die Seelenstücke des Magiers sind.
Aber auch zwischen den beiden Wendepunkten kann man noch etwas einfügen und fast jeder macht das. Das ist dann der Höhepunkt der Geschichte, an dem etwas geschieht, um das sich das ganze Werk dreht. (Geht es um cheerleader, dann wird da ein Wettbewerb stattfinden z.b.. Das kann man gut in US-amerikanischen Filmen sehen.)
HP - Der dunkle Lord bekommt einen Körper und lebt wieder.

Ich weiß jetzt nicht, ob das mit den einzelnen Points richtig ist, aber das sind sie so, wie ich es mir auf die schnelle denke.
Jeder darf mich da natürlich korrigieren.

Wichtig ist, dass du weißt, wo deine Geschichte beginnt und endet und welche Plotpoints den Leser bei Laune halten. Zwischen diesen Points spannst du nämlich die Spannungsbögen. Wieder ein extra Thema. Wink

Was weiter beim Plotten wichtig ist, ist die Planung der Charaktere. Du hast ja deine Magierin bereits. Aber in einem Roman oder auch in einer Kurzgeschichte brauchst du noch ein paar mehr Figuren.
Die Magierin ist deine Prota.
Dann brauchst du auf jeden Fall einen Antagonisten, der sich deiner Heldin in den Weg stellt oder auch antagonistische Kräfte, wenn es keine Figur ist.
Eine weitere Figur hast du auch bereits erwähnt: Die Mutter.
Dann hast du noch die Ältesten, wo du dir vll einen oder zwei, die eine wichtige Rolle spielen heraus suchst und charakterisierst.
Wichtig finde ich immer die Beziehungen der einzelnen Figuren zueinander. Und die Entwicklung der Figuren in der Geschichte und ihrer Bezeihungen.
Das kannst du einfach auf einem Blatt Papier anlegen. Deine Prota in der Mitte, Anta gegenüber und alle anderen Figuren die wichtig sind drum herum. Dann malst du Pfeile in die Richtungen, in denen Beziehungen bestehen und schreibst ran, welcher Art die Beziehung ist. Auch die Nebenfiguren untereinander sollten Bezeihungen haben. (Das können Kollegen sein, oder sie sind zusammen zur Schule gegangen etc pp.)
Je mehr Pfeile und Figuren du hast, um so mehr Spannungs- und Handlungsbögen hast du. Wink

Weiter will ich jetzt auf das Thema Plot nicht eingehen. Während der Arbeit kann man dann weiter ins Detail gehen.
Wenn du mit der Zeitleiste (Anfang, Ende, Plotpoints) und den Figuren beginnst, hast du erst einmal genug zu tun und wirst dich wundern, was du da alles neues erfährst.

Ich wünsche dir viel Spaß dabei und bei Fragen: frag.

LG

Danke für die Erklärung!
Jetzt kann ich mir wirklich etwas darunter vorstellen.
Bin schon sehr gespannt was herauskommt wenn ich anfange damit herumzuexperimentieren Wink

Liebe Grüße!

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