Biss ich durchdrehe
Hallo Mara,
nun werde ich mich zum ersten Mal (in diesem Forum) an einer Textkritik versuchen. Ich gehe dabei grundsätzlich - soweit ich es vermag - auf alles ein, falls denn vorhanden. Rechtschreibfehler, Grammatikfehler, Zeichenfehler, Logik etc. Zum Schluss gebe ich ein Gesamtfeedback. Durch diese Gesamtpalette neigen meine Kommentare (Kritiken) recht lang zu werden. Das ist keinesfalls als "Niedermachen" gemeint. Vorschläge zu Formulierungen etc. sind auch stets nur als solche zu verstehen. Wenn sie dir gefallen: bedien dich. Wenn nicht: ab damit in die geistige Mülltonne.
Vorangehende Beiträge zu deinem Text habe ich nicht gelesen (mach ich absichtlich nie, um mich nicht beeinflussen zu lassen und dir meine pure, eigene Meinung wiederzugeben).
Ok, dann mal los
Ich denke nicht das er heute Nacht draußen wartet.“
Ich denke nicht, dass er heute Nacht draußen wartet.
Tom sah sie erst an.
Ich vermute, hier meintest du anstatt erst das Wort ernst?
... es lohnt sich nicht, das du dich für den Typen strafbar machst.“
... es lohnt sich nicht, dass du dich für den Typen strafbar machst."
„Nacht Maggie, vergiß die Sonnenbrille nicht, ...
"Nacht Maggie, vergiss die Sonnenbrille nicht, ...
Sie ging um die Mülltonnen des Clubs herum, in Richtung U Bahn St.Pauli, wenn sie sich beeilte konnte sie sich noch an der Ausgabestelle, ein frische Flasche für den Tag abholen.
Sie ging um die Mülltonnen des Clubs herum, in Richtung U-Bahn St. Pauli (Empfehlung: den Satz hier unterteilen). Wenn sie sich beeilte, konnte sie noch an der Ausgabestelle eine frische Flasche für den Tag abholen.
„Ersten, Finn, heiße ich nicht Bella, sondern Magret. Für dich, Frau von Steinwald. Zweites.“ sieh hielt ihm zwei Finger entgegen. „Kann ich sehr gut auf mich selbst aufpassen und brauch dich nicht als Beschützer. Gute Nacht!“
"Erstens, Finn, heiße ich nicht Bella sondern Magret. Für dich (kein Komma)Frau von Steinwald. Zweitens (kein Punkt)", sie hielt ihm zwei Finger entgegen, "(klein weiter)kann ich sehr gut auf mich selbst aufpassen und brauche dich nicht als Beschützer. Gute Nacht!"
Was den Einschub anbetrifft (sie hielt ihm zwei Finger entgegen), da bin ich mir gerade nicht ganz sicher, ob der wirklich mit Komma abgetrennt und das "sie" klein geschrieben wird. Eigentlich habe ich gelernt, dass nur dann, wenn mit einem Verb fortgeführt wird ( "...", sagte / schrie/ flüsterte etc. sie) man klein weiter schreibt, ansonsten immer groß. Allerdings sieht diese Variante, die du gewählt hast, für mich irgendwie richtig aus. Ich nehm das mal als Anlass meine Studienleiterin zu löchern und lasse dich das Ergebnis gerne wissen, wenn es dich interessiert.
Maggie blieb so abrupt stehen, das Finn sie beinah umrannte.
Maggie blieb so abrupt stehen, dass Finn sie beinahe umrannte.
Finn zuckte zurück und hielt seine Umhängetasche schützen vor sich. „Ich, ich bin unsterblich in dich verliebt.“, sagte er wie zu seiner Verteidigung.
Finn zuckte zurück und hielt seine Umhängetasche schützend vor sich.
"Ich, ich bin unsterblich in dich verliebt (kein Punkt)", sagte er wie zu seiner Verteidigung.
„Es ist mir egal, das mein dritter Vorname Isabella ist, wenn es möglich wäre würde ich ihn aus meiner Geburtsurkunde streichen lassen.
„Es ist mir egal, dass mein dritter Vorname Isabella ist, wenn es möglich wäre, würde ich ihn aus meiner Geburtsurkunde streichen lassen.
Ich finde dich noch nicht einmal attraktiv oder im entferntesten Sinne anziehen.
Ich finde dich noch nicht einmal attraktiv oder im entferntesten Sinne anziehend.
„Ich bin ein Homo sapiens sanguis.“ Sie riß das Buch aus seiner Tasche. „Und keiner deiner dämlichen Glitzervampire.“
„Ich bin ein Homo sapiens sanguis.“ Sie riss das Buch aus seiner Tasche. „Und keiner deiner dämlichen Glitzervampire.“
Hier hast du den Einschubsatz zwischen der wörtlichen Rede groß weitergeführt und durch Punkte komplett abgetrennt. Wie schon weiter oben gesagt: ich weiß gerade nicht, wie es wirklich richtig wäre, doch welche Variante auch immer: es sollte zumindest einheitlich sein. 
„Geb mir das wieder, das ist eine signierte Erstausgabe.“
„Gib mir das wieder, das ist eine signierte Erstausgabe!“
Am Ende muss ein Ausrufezeichen hin, da es sich um den Imperativ (Befehlsform) handelt.
Sie wusste das der Satz ein Fehler gewesen war, in dem Moment als er aus ihrem Mund kam.
Sie wusste, dass der Satz ein Fehler gewesen war, in dem Moment als er aus ihrem Mund kam.
Finn gab sofort den Versuch auf seine kostbare Erstausgabe wieder zu bekommen ...
Finn gab sofort den Versuch auf, seine kostbare Erstausgabe wieder zu bekommen ...
Der Satz brachte Sie auf eine Idee.
Der Satz brachte sie auf eine Idee.
„Komm mit.“
„Komm mit!“ (Befehlsform)
Er hat die irrsinnige Vorstellung das er und ich eine große Liebesgeschichte vor uns haben.
Er hat die irrsinnige Vorstellung, dass er und ich eine große Liebesgeschichte vor uns haben.
„Du weißt das das nicht funktionieren kann.“
„Du weißt, dass das nicht funktionieren kann.“
„Aber ich liebe sie und wenn sie endlich eingesehen hat, das ...
„Aber ich liebe sie und wenn sie endlich eingesehen hat, dass ...
Und du denkst da reicht ein Anzeige wegen Stalking.
Und du denkst da reicht eine Anzeige wegen Stalking.
„Ja, ich kann ich leider nicht einweisen. Aber ich hätte gerne die Anzeige.“
„Ja, ich kann ihn leider nicht einweisen. Aber ich hätte gerne die Anzeige.“
Eine viertel Stunden später hatte Maggie die Kopie der anzeige in der Tasche.
Eine viertel Stunden später hatte Maggie die Kopie der Anzeige in der Tasche.
Finn kam hinter ihr mit hängenden Kopf aus der Davidwache. „Gute Nacht“
Finn kam hinter ihr mit hängendem Kopf aus der Davidwache. „Gute Nacht.“
„Bekomme ich meine Erstausgabe wieder?“
„Du weißt da es für so was Selbsthilfegruppen gibt.“
„Du weißt, dass es für so was Selbsthilfegruppen gibt?“
Mein Gesamtfeedback:
Deine kleine Geschichte hat mir sehr gut gefallen, schon angefangen bei der Überschrift. Du hast einen Schreibstil, der mit sehr liegt und der sich für mein Empfinden sehr flüssig liest, lediglich einige Satzzeichen- oder Rechtschreibfehler haben meinen Lesefluss ein wenig gebremst. Die Idee hat mir ebenfalls gut gefallen. Es ist eine Geschichte, die zwar kein Actionreißer ist oder vor Spannung an den Fingernägeln kauen lässt, aber als solche war sie ja auch nicht gedacht. Sie bringt mich zum Schmunzeln, ganz besonders in Anbetracht des Twilight-Hypes - auf den sich die Geschichte ja bezieht. Über die Charakter erfährt man nicht soo viel, das wäre auch für eine Kurzgeschichte dieser Art übertrieben. Trotzdem werde ich die Bewertung dafür im Mittelfeld ansiedeln, weil ich persönlich nach der Geschichte nicht das Gefühl hatte sie gut zu "kennen". Aber wie schon gesagt: das liegt in der Natur der Sache bei einer Kurzgeschichte. (meistens zumindest). Als Kurzgeschichte finde ich sie gelungen und habe inhaltlich keine Verbesserungsvorschläge. Ich habe mich zwar gewundert, dass der Polizist auf der Wache über ihr "Dasein" Bescheid wusste uns selbstverständlich darüber geredet hat, doch ich finde, das bedarf nicht unbedingt einer Aufklärung. In Kurzgeschichten dürfen mMn. ruhig ein paar Fragen offen bleiben, solange sie sich nicht auf krasse Logikfehler beziehen.
Vielen Dank für das Lesevergnügen, ich hab´s wirklich gern gelesen!
Liebe Grüße
Gwenda
Kommentare
Danke für die Kritik und das Lob.
Ich werde die Rechtschreibfehler bei Zeiten mal korrigieren.
Nur mal so als Hinweis, wir kritisieren hier weniger auf Rechtschreibung und Grammatik (außer es ist absolut unlesbar).
Wir versuchen mehr auf handwerkliche und inhaltliche Themen zu kritisieren. Guck dir einfach mal ein paar "fremde" Kritiken an, dann bekommst du ein Gefühl hierfür.
Das werde ich jetzt tun - nachdem ich nun auch weiß, wo ich diese finde, habe sie nämlich aus Blindheit nicht gefunden, sondern nur die Kommentare.
Da unterscheidet sich die Textarbeit von dem Forum, in dem ich sonst tätig bin. Ich werde mich in Zukunft an die hiesigen Gepflogenheiten halten
LG
Gwenda
Natürlich ist es nicht falsch sich an Grammatik und Zeichensetzung zu vergehen. Ich wäre sehr froh, wenn mir jemand diese Arbeit abnähme.
Also, lass das in Zukunft bloß nicht weg, wenn du es gern machst... 
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